Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Weniger Fördergeld bremst den Ausbau von E-Bussen in OWL und stellt die Verkehrsbetriebe künftig vor große finanzielle Herausforderungen.

Der Umstieg auf emissionsfreie Busse oder besser E-Busse wird für die Verkehrsbetriebe in Ostwestfalen-Lippe deutlich schwieriger. Nach dem Entwurf für den Klima- und Transformationsfonds will der Bund die Förderung alternativer Busantriebe im kommenden Jahr kräftig zusammenstreichen. Statt 403 Millionen Euro sollen 2027 nur noch 130 Millionen Euro bereitstehen. Das entspricht einem Rückgang um fast 68 Prozent. Beschlossen ist der Haushalt zwar noch nicht, doch schon die Ankündigung sorgt in der Branche für neue Unsicherheit.
Statt 403 Millionen Euro sollen 2027 nur noch 130 Millionen Euro bereitstehen
Dabei hatte die Bundesregierung zuletzt wieder Zuversicht verbreitet. Im Februar 2026 wurden Förderzusagen über insgesamt 417 Millionen Euro für 1.887 Elektrobusse vergeben. Seit 2021 hat der Bund nach eigenen Angaben rund 1,5 Milliarden Euro in Fahrzeuge, Ladeanlagen und Studien investiert. Die nun geplante Kürzung steht dazu in deutlichem Gegensatz.
Wie wichtig verlässliche Zuschüsse sind, zeigt sich direkt vor der Haustür. In Bielefeld hat moBiel 25 neue Brennstoffzellenbusse bestellt. Der Bund beteiligte sich mit 8,7 Millionen Euro, während das Verkehrsunternehmen selbst mehr als zehn Millionen Euro investierte. Gemeinsam mit den bereits vorhandenen Fahrzeugen sollen künftig 29 Wasserstoffbusse unterwegs sein und jährlich rund 2.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.
Auch Paderborn steckt mitten in der Umstellung. Der PaderSprinter beschafft insgesamt 14 batterieelektrische Busse und erhält dafür rund drei Millionen Euro vom Nahverkehr Westfalen-Lippe. Gleichzeitig wird der Betriebshof technisch neu aufgestellt. Geplant sind 54 Ladepunkte, sechs davon als Schnelllader, sowie eine neue Mittelspannungsanbindung. Solche Projekte machen deutlich: Mit dem Kauf eines Busses ist es längst nicht getan. Werkstätten müssen angepasst, Mitarbeitende geschult und leistungsfähige Stromanschlüsse geschaffen werden.
Gerade deshalb trifft die geplante Kürzung die Unternehmen an einer empfindlichen Stelle. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen warnt vor verzögerten und teureren Investitionen. Hinzu kommt, dass Nordrhein-Westfalen die eigene Förderung für neue Fahrzeuge wegen der schwierigen Haushaltslage bereits ausgesetzt hat. Das Land unterstützt zwar weiterhin Werkstatt- und Ladeinfrastruktur mit Fördersätzen von bis zu 90 Prozent. Ohne ausreichend Geld für die Busse bleibt jedoch auch die beste Ladesäule ungenutzt.
Für Fahrgäste bedeutet das zunächst nicht, dass Linien gestrichen werden. Wahrscheinlicher ist, dass ältere Dieselbusse länger fahren und die Modernisierung langsamer vorankommt. Besonders kleinere und mittelständische Betriebe im ländlich geprägten OWL dürften Schwierigkeiten haben, die hohen Mehrkosten aus eigener Kraft zu stemmen.
Unsere Meinung: Wer von Kommunen und Verkehrsunternehmen saubere Busflotten verlangt, muss ihnen auch eine belastbare Finanzierung bieten. Förderprogramme erst neu aufzulegen und kurz darauf drastisch zu kürzen, ist keine verlässliche Verkehrspolitik. Für OWL droht aus einer sinnvollen Buswende sonst ein Flickenteppich zu werden, bei dem nur finanzstarke Städte schnell vorankommen.
Weitere Informationen: vdv.de