Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Was ist typisch für Ostwestfalen? Entdecken Sie Mentalität, Unternehmen, Pickert, Küchenindustrie, Landschaften und Besonderheiten der Region.
Was ist eigentlich typisch für Ostwestfalen? Wer hier lebt, wird darauf vermutlich eine andere Antwort geben als jemand, der die Region nur vom Hermannsdenkmal oder von der Autobahn kennt. Ostwestfalen ist weder eine reine Industrieregion noch ein großer Landschaftspark. Es ist eine Gegend, in der internationale Unternehmen neben Dörfern und Fachwerkstädten stehen, Küchen für halb Deutschland gebaut werden und ein knappes „Kann man machen“ durchaus als Anerkennung verstanden werden kann.

Typisch für Ostwestfalen sind vor allem der starke Mittelstand, traditionsreiche Familienunternehmen, die Küchen- und Möbelindustrie, eine eher zurückhaltende Mentalität, regionale Spezialitäten wie Pickert sowie die unterschiedlichen Landschaften zwischen Weser, Teutoburger Wald, Senne und Eggegebirge.
Ganz so einfach lässt sich die Region trotzdem nicht auf einen gemeinsamen Nenner bringen.
Ostwestfalen besitzt kein ausgeprägtes Bedürfnis, sich ständig selbst zu erklären. Andere Regionen werben offensiver mit ihrer Lebensart, ihren Landschaften oder ihrer Wirtschaftskraft. Hier wird vieles zunächst einmal gemacht.
Das passt zum traditionellen Bild des Ostwestfalen: bodenständig, zuverlässig, eher zurückhaltend und gelegentlich mit einem trockenen Humor ausgestattet. Natürlich ist das ein Klischee und die Menschen zwischen Minden, Bielefeld, Gütersloh, Paderborn und Höxter sind so unterschiedlich wie anderswo auch.
Trotzdem hält sich die Vorstellung vom wortkargen Ostwestfalen erstaunlich hartnäckig. Wer mehr darüber wissen möchte, findet im Beitrag „Der typische Ostwestfale“ eine ausführlichere Betrachtung von Mentalität, Selbstbild und regionalen Eigenheiten.
Dass Zurückhaltung und wirtschaftlicher Erfolg gut nebeneinander funktionieren können, zeigt sich auch bei vielen Unternehmen der Region.

Zur wirtschaftlichen Identität Ostwestfalens gehören Unternehmen, die teilweise auf der ganzen Welt bekannt sind und trotzdem ihren Hauptsitz in Städten wie Gütersloh, Verl, Harsewinkel, Steinhagen oder Kirchlengern behalten haben.
Bertelsmann, Miele, Dr. Oetker, CLAAS, Goldbeck, Schüco, nobilia, Hettich, Beckhoff, WAGO oder Hörmann sind nur einige Beispiele. Viele von ihnen entstanden als Familienunternehmen und entwickelten sich über Jahrzehnte zu international tätigen Firmen.
Die regionale Wirtschaftsgesellschaft beschreibt Ostwestfalen-Lippe als stark mittelständisch geprägte Industrieregion. Besonders bedeutend sind unter anderem Möbel- und Küchenindustrie, Maschinenbau, Lebensmittelwirtschaft sowie Elektro- und Automatisierungstechnik.
Das Besondere daran ist weniger ein einzelner großer Konzern als die Dichte erfolgreicher Unternehmen.
Wer durch Ostwestfalen fährt, entdeckt hinter vergleichsweise unscheinbaren Gewerbegebieten nicht selten Firmen, deren Produkte in Europa, Asien oder Nordamerika verkauft werden.
Eine Übersicht bietet der Beitrag „Bekannte Unternehmen aus Ostwestfalen“.

Kaum eine Branche ist so eng mit Ostwestfalen verbunden wie die Küchenindustrie.
Vor allem die Kreise Herford und Gütersloh bilden eines der wichtigsten Zentren der deutschen Küchenmöbelproduktion. Nach offiziellen Angaben stammen zwei von drei in Deutschland verkauften Küchen aus diesen beiden Kreisen. Unternehmen wie nobilia, Poggenpohl und SieMatic haben ihren Sitz in der Region.
Hinzu kommen weitere bekannte Hersteller und zahlreiche Zulieferbetriebe.
Deshalb findet man zwischen Herford, Löhne, Bünde, Verl und Rödinghausen eine Konzentration von Küchenherstellern, wie sie in Deutschland kaum ein zweites Mal vorkommt.
Die Küchen gehören damit genauso zu Ostwestfalen wie viele bekannte Ausflugsziele – auch wenn sie wesentlich häufiger hinter Fabriktoren als auf Ansichtskarten zu sehen sind.

Eng mit der Küchenindustrie verbunden ist die Möbelwirtschaft.
Unternehmen aus Ostwestfalen produzieren Polstermöbel, Wohnmöbel, Büromöbel, Möbelbeschläge und hochwertige Einrichtungssysteme. Namen wie COR, Hettich oder zahlreiche kleinere Hersteller zeigen, wie breit diese Branche aufgestellt ist.
Die historischen Wurzeln reichen teilweise weit zurück. Im Ravensberger Land spielten beispielsweise Textilverarbeitung und industrielle Produktion früh eine bedeutende Rolle. Die Ravensberger Spinnerei in Bielefeld erinnert noch heute an diese industrielle Vergangenheit. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe beschreibt die Textilindustrie als einen Wirtschaftszweig, der Teile Westfalens über lange Zeit auch kulturell geprägt hat.
Neben großen Industriebetrieben gibt es weiterhin zahlreiche kleinere Werkstätten und Manufakturen aus Ostwestfalen, die Möbel, Textilien, Natursteinprodukte, Bücher, Instrumente oder andere hochwertige Produkte herstellen.
Gerade dieses Nebeneinander von industrieller Fertigung und handwerklicher Produktion ist typisch für die Region.

Wer nach typisch ostwestfälischem Essen fragt, landet schnell beim Pickert.
Das Kartoffelgericht gehört zu den bekanntesten Spezialitäten der Region. Kartoffeln, Mehl, Eier und Milch bilden die Grundlage; serviert wird Pickert je nach Gegend und persönlicher Vorliebe süß oder herzhaft. Rübenkraut, Butter, Leberwurst, Apfelmus oder Speck gehören zu den klassischen Begleitern. Der Ostwestfale bezeichnet den westfälischen Pickert einfach als charakteristisches Kartoffelgericht der Region.
Daneben gehören Pumpernickel, westfälischer Schinken und weitere herzhafte Gerichte zur traditionellen Küche. Auch touristische Regionalangebote führen Pickert, Schinken und kräftiges Brot als typische kulinarische Produkte Westfalens beziehungsweise der Region auf.
Die regionale Küche ist dabei nicht besonders verspielt. Sie stammt aus einer Zeit, in der Essen vor allem sättigen sollte.
Auch das passt irgendwie zu Ostwestfalen.
Bei Ostwestfalen denken viele zuerst an den Teutoburger Wald. Er zieht sich quer durch die Region und prägt unter anderem Bielefeld und Teile des Kreises Gütersloh.
Doch Ostwestfalen sieht nicht überall gleich aus.
Im Norden bestimmen Weser, Wiehengebirge und das Mindener Land das Landschaftsbild. Rund um Bielefeld und Herford liegt das Ravensberger Hügelland. Südlich davon erstreckt sich die Senne, während sich Richtung Paderborn und Höxter Eggegebirge, Paderborner Hochfläche und Weserbergland anschließen.
Zwischen den einzelnen Landschaftsräumen liegen teilweise nur wenige Kilometer.
Das erklärt, warum Ostwestfalen sowohl weite Ebenen als auch dicht bewaldete Höhenzüge, Flusslandschaften und landwirtschaftlich geprägte Räume besitzt.
Wer sich zunächst geografisch orientieren möchte, findet dazu weitere Hintergründe unter „Wo liegt Ostwestfalen?“ und „Was gehört zu Ostwestfalen?“.

Auch bei den Orten gibt es kein einheitliches Bild.
Bielefeld ist Universitäts- und Industriestadt. Gütersloh wird durch große Unternehmen geprägt. Herford verbindet historische Innenstadt, Möbelwirtschaft und moderne Architektur. Minden besitzt eine lange Geschichte an der Weser, während Paderborn mit Dom, Universität und Technologieunternehmen wiederum einen ganz eigenen Charakter entwickelt hat.
Daneben stehen kleinere Städte wie Rheda-Wiedenbrück, Lemgo, Höxter, Warburg oder Bad Salzuflen, deren historische Stadtkerne das Bild der Region prägen.
Fachwerkhäuser, mittelalterliche Kirchen, ehemalige Fabrikgebäude und moderne Unternehmenszentralen liegen in Ostwestfalen häufig erstaunlich nah beieinander.
Auch das ist typisch für eine Region, deren Entwicklung nie ausschließlich von Landwirtschaft, Industrie oder großen Städten bestimmt wurde.
Eine einheitliche „ostwestfälische Sprache“ gibt es heute kaum noch.
Historisch existierten unterschiedliche niederdeutsche beziehungsweise westfälische Dialekte. Viele ältere Begriffe und Redewendungen sind inzwischen aus dem Alltag verschwunden oder werden nur noch von bestimmten Generationen verwendet.
Trotzdem gibt es Wörter, Aussprüche und sprachliche Eigenheiten, die in Teilen Ostwestfalens weiterhin bekannt sind.
Das Ostwestfälisch Wörterbuch sammelt solche Begriffe und bewahrt damit ein Stück regionaler Alltagskultur.
Manche sprachliche Besonderheit zeigt sich allerdings weniger in einzelnen Wörtern als in der Länge einer Antwort.
Ein ausführliches Lob ist traditionell nicht zwingend erforderlich.
Kaum eine Eigenschaft wird Ostwestfalen häufiger zugeschrieben als eine gewisse Nüchternheit.
Große Worte sind nicht unbedingt nötig. Wer etwas gut findet, muss daraus keine Pressekonferenz machen. Und wer seit dreißig Jahren Kunde beim gleichen Handwerker ist, hat damit möglicherweise bereits ein ziemlich eindeutiges Qualitätsurteil abgegeben.
Natürlich gehört auch das in den Bereich des regionalen Humors.
Dennoch passt dieses Understatement bemerkenswert gut zur Wirtschaftsstruktur. Einige der erfolgreichsten Unternehmen Ostwestfalens befinden sich in Orten, die außerhalb der Region nur wenige Menschen auf Anhieb auf einer Karte finden würden.
Verl ist dafür ein gutes Beispiel: Mit nobilia und Beckhoff sitzen dort zwei international bedeutende Unternehmen.
Harsewinkel ist Heimat von CLAAS.
Steinhagen ist Sitz von Hörmann.
Kirchlengern ist Heimat von Hettich.
Große Namen brauchen in Ostwestfalen offenbar nicht zwingend eine große Stadt.
Das traditionelle Bild einer bodenständigen Industrieregion erzählt inzwischen allerdings nur die halbe Geschichte.
Automatisierung, Digitalisierung, Maschinenbau, intelligente Gebäudetechnik und industrielle Produktion spielen eine immer größere Rolle. Die Presse hebt regelmäßig die Innovationskraft regionaler Unternehmen und Forschungseinrichtungen hervor.
Gerade die Verbindung aus etabliertem Mittelstand, spezialisierten Herstellern und Hochschulen hat dazu beigetragen, dass sich die Region in Bereichen wie Automatisierung und Produktionstechnologie weiterentwickelt hat.
Auch hier bleibt das Muster ähnlich: Innovation findet häufig nicht auf einer großen Bühne statt, sondern in mittelständischen Unternehmen und Entwicklungsabteilungen.

Wer die Region kennenlernen möchte, sollte sich nicht ausschließlich auf Hermannsdenkmal, Sparrenburg oder Externsteine beschränken.
Interessant wird Ostwestfalen häufig dort, wo man hinter die Kulissen schauen kann: in Unternehmen, Manufakturen, Museen, historischen Produktionsstätten, Ateliers oder bei regionalen Veranstaltungen.
Genau deshalb gehören Unternehmens- und Manufakturbesuche ebenso zum Bereich Ostwestfalen erleben wie Kunst, Kultur, Natur und besondere Ausflüge.
Eine Region lässt sich schließlich nicht allein über Bauwerke kennenlernen. Oft erzählen Betriebe, Produkte und Menschen mindestens genauso viel über einen Ort wie seine bekannteste Sehenswürdigkeit.
Eine eindeutige Antwort gibt es nicht.
Typisch sind der Pickert und die Küchenindustrie, der Teutoburger Wald und die Weser, Familienunternehmen und Mittelständler, Fachwerkstädte und moderne Fabriken.
Typisch ist vielleicht auch, dass viele Unternehmen größer sind, als ihre Heimatorte vermuten lassen.
Und typisch ist eine gewisse Zurückhaltung, mit der all das präsentiert wird.
Ostwestfalen gehört zu den Regionen, deren Besonderheiten nicht immer sofort ins Auge fallen. Wer genauer hinsieht, findet zwischen Minden und Paderborn jedoch eine ungewöhnliche Mischung aus Industrie, Landschaft, Unternehmertum, Geschichte und regionaler Eigenart.
Man könnte daraus eine große Sache machen.
Ein Ostwestfale würde vermutlich sagen: Ist schon ganz ordentlich hier.
Typisch für Ostwestfalen sind eine starke mittelständische Wirtschaft, zahlreiche Familienunternehmen, die Küchen- und Möbelindustrie, regionale Spezialitäten wie Pickert sowie eine eher zurückhaltende, bodenständige Mentalität.
Ostwestfalen ist unter anderem für international bekannte Unternehmen, die Küchen- und Möbelindustrie, den Teutoburger Wald, historische Städte und eine starke industrielle Tradition bekannt.
Zu den bekanntesten regionalen Spezialitäten gehört Pickert, ein Kartoffelgericht, das süß oder herzhaft gegessen wird. Auch Pumpernickel und westfälische Fleisch- und Wurstwaren gehören zur traditionellen Küche.
Ostwestfalen wird häufig eine eher zurückhaltende, bodenständige und direkte Art zugeschrieben. Das ist natürlich ein regionales Klischee, gehört aber zum verbreiteten Selbstbild und Humor der Region.
Besonders stark vertreten sind Küchen- und Möbelindustrie, Maschinenbau, Lebensmittelwirtschaft, Elektro- und Automatisierungstechnik sowie zahlreiche mittelständische Familienunternehmen.