Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
Bielefeld, Paderborn und Gütersloh landen im Smart City Index 2026 nur im Mittelfeld. Besonders Paderborn verliert deutlich an Boden.

Ostwestfalen ist wirtschaftlich stark, industriell geprägt und Heimat zahlreicher Technologieunternehmen. Bei der Digitalisierung seiner Großstädte reicht es allerdings weiterhin nicht für die deutsche Spitzengruppe. Im neuen Smart City Index 2026 des Digitalverbands Bitkom landen Bielefeld, Paderborn und Gütersloh allesamt außerhalb der oberen Hälfte des Rankings.
Unter den 83 untersuchten deutschen Großstädten erreicht Bielefeld Platz 49, gefolgt von Paderborn auf Rang 52. Gütersloh landet auf Platz 64. An der Spitze steht in diesem Jahr Stuttgart vor München und Hamburg. Stuttgart erreicht 92,8 von 100 möglichen Punkten.
Interessanter als die reinen Platzierungen ist allerdings die Entwicklung innerhalb Ostwestfalens. Bielefeld lag 2025 noch auf Rang 45 und verliert damit vier Positionen. Deutlich stärker trifft es Paderborn: Die Stadt fällt innerhalb eines Jahres von Platz 36 auf 52 zurück. Gütersloh bewegt sich dagegen in die andere Richtung und verbessert sich von Rang 80 auf 64.

Gerade der Blick auf Paderborn zeigt, dass eine schlechtere Platzierung nicht automatisch bedeutet, dass eine Stadt digital rückwärtsgeht. Paderborn erreicht 2026 71,6 Punkte, nach 74,0 Punkten im Vorjahr. Trotzdem verliert die Stadt gleich 16 Plätze. Bitkom weist selbst darauf hin, dass der Wettbewerb härter wird: Viele Kommunen entwickeln ihre digitalen Angebote weiter, wodurch Städte schnell zurückfallen können, wenn andere schneller vorankommen.
Bei Gütersloh fällt die Entwicklung deutlicher aus. Die Stadt steigert sich von 51,4 Punkten im Jahr 2025 auf 64,7 Punkte und macht 16 Plätze gut. Damit bleibt Gütersloh zwar im hinteren Bereich des Rankings, die Richtung stimmt aber.
Für den Smart City Index untersucht Bitkom unter anderem digitale Verwaltungsangebote, IT und Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt sowie Gesellschaft und Bildung. Für die aktuelle Ausgabe wurden insgesamt 14.442 Datenpunkte ausgewertet. Digitalisierung wird damit deutlich breiter verstanden als schnelles Internet oder eine moderne Internetseite des Rathauses. Es geht auch darum, wie einfach Bürger Behördengänge online erledigen können, wie intelligent Verkehr gesteuert wird und wie digitale Infrastruktur im Alltag funktioniert.
Unsere Meinung: Für Ostwestfalen sollte das Ergebnis ein Weckruf sein. Eine Region mit starken Hochschulen, Weltmarktführern und einer ausgeprägten Industrielandschaft darf sich bei der Digitalisierung ihrer Städte nicht dauerhaft mit dem Mittelfeld zufriedengeben. Entscheidend sind dabei weniger spektakuläre Einzelprojekte als digitale Angebote, die Bürger und Unternehmen tatsächlich jeden Tag nutzen können. Gütersloh zeigt immerhin, dass sich Rückstände innerhalb kurzer Zeit aufholen lassen.
Weitere Informationen: bitkom.org