Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Bus und Bahn in OWL könnten ab April 2027 teurer werden. Geplant sind durchschnittlich vier bis sechs Prozent mehr.

Wer in Ostwestfalen-Lippe gelegentlich mit Bus oder Bahn fährt, muss sich auf höhere Fahrpreise einstellen. Der Mobilitätsausschuss des Kreises Gütersloh hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dem Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe ein Mandat für eine Tarifanpassung zum 1. April 2027 zu geben. Vorgesehen ist, die bestehenden Ticketpreise im WestfalenTarif durchschnittlich um vier bis sechs Prozent anzuheben.
Wie viel eine konkrete Fahrt künftig kostet, lässt sich daraus noch nicht ablesen. Die Spanne beschreibt einen Durchschnitt. Sie bedeutet also weder, dass jedes Ticket mindestens vier Prozent teurer wird, noch dass sechs Prozent bei jeder Fahrkarte die Obergrenze sind. Eine neue Preisliste nennt die Kreismeldung nicht.
Das Thema betrifft mehr als die Busfahrt innerhalb des Kreises. Der WestfalenTarif umfasst auch die übrigen Teile Ostwestfalen-Lippes, einschließlich Paderborn und Höxter. Der Gütersloher Ausschussbeschluss ist dabei ein Schritt im Abstimmungsprozess und keine endgültige Preisliste für sämtliche Verbindungen in OWL.
Nach Angaben des Kreises sollen zusätzliche Fahrgeldeinnahmen einen Teil der gestiegenen Betriebskosten auffangen und das Verkehrsangebot finanziell absichern. Das Deutschlandticket ist ausdrücklich von dieser Entscheidung ausgenommen. Daraus folgt allerdings keine allgemeine Preisgarantie für 2027: Über dessen Preis wird gesondert entschieden. Auch Radio Gütersloh weist auf diese Unterscheidung hin.
Zum selben Termin steht eine größere Neuordnung des WestfalenTarifs an. Aus bislang zwölf Hauptpreisstufen mit zahlreichen regionalen Varianten sollen vier werden. Preisstufe A gilt für Fahrten innerhalb einer Stadt, B für Nachbarstädte, C für weitere Strecken und D für das gesamte Tarifgebiet. Bei A und B können die Preise weiterhin regional unterschiedlich ausfallen.
Für Bielefeld hat moBiel bereits angekündigt, dass Einzel-, Kinder-, Kurzstrecken- und 24-Stunden-Tickets erhalten bleiben. Auch die bekannten Verkaufswege sollen dafür weiter zur Verfügung stehen. Fahrgäste müssen also nicht grundsätzlich auf eine App umsteigen. Welche konkreten Preise mit dem neuen Angebot verbunden sind, geht aus dieser Ankündigung noch nicht hervor.
Vier verständliche Preisstufen wären ein Fortschritt. Höhere Fahrpreise lassen sich damit aber nicht rechtfertigen. Wer in OWL mehr Menschen für Bus und Bahn gewinnen will, muss auch Gelegenheitsfahrern ein bezahlbares Angebot machen. Gerade für einen Stadtbesuch oder Familienausflug zählt, was am Ende insgesamt zu zahlen ist. Verkehrsunternehmen und Politik sollten deshalb früh konkrete Preisbeispiele veröffentlichen. Und sie müssen erklären, wie zusätzliche Einnahmen helfen, verlässliche Verbindungen zu sichern. Ein leichter verständliches Ticket überzeugt erst dann, wenn auch die Fahrt stimmt.
Weitere Informationen: kreis-guetersloh.de