Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Wie groß ist Ostwestfalen, wie viele Menschen leben hier und wie stark ist die Wirtschaft? Die wichtigsten Zahlen zu Einwohnern, Städten, Unternehmen, Arbeitsplätzen, Industrie und Forschung im Überblick.

Ostwestfalen gehört zu den wirtschaftlich stärksten und zugleich vielfältigsten Regionen Nordrhein-Westfalens. Zwischen Bielefeld, Minden, Höxter und Paderborn liegen dicht besiedelte Wirtschaftsachsen ebenso wie ländliche Räume, Mittelgebirge, Weser, Ems und zahlreiche kleinere Städte.
Bei Zahlen über Ostwestfalen gibt es allerdings eine Besonderheit: Ostwestfalen ist keine eigene Verwaltungseinheit. Deshalb existiert nicht für jede Kennzahl eine amtliche Statistik mit der Überschrift „Ostwestfalen“.
Eine praktikable und heute häufig verwendete Abgrenzung entspricht dem Bezirk der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld. Er umfasst die kreisfreie Stadt Bielefeld sowie die Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn.
Der Kreis Lippe gehört historisch nicht zu Ostwestfalen, bildet heute aber gemeinsam mit Ostwestfalen die Region Ostwestfalen-Lippe – kurz OWL.
Datenstand dieser Übersicht: August 2026. Bei Kennzahlen mit einem abweichenden Stichtag ist das jeweilige Jahr angegeben.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Lage | Nordosten Nordrhein-Westfalens |
| Größte Stadt | Bielefeld |
| Gebiet Ostwestfalen | Bielefeld sowie Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn |
| Kommunen | 54 |
| Fläche | rund 5.280 km² |
| Einwohner | rund 1,7 Millionen |
| IHK-Mitgliedsunternehmen | 117.897 zum 1. Januar 2026 |
| Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte | 767.358 zum 31. Dezember 2025 |
| Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe | 205.524 |
| Anteil Verarbeitendes Gewerbe | 26,8 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten |
| Industriebetriebe ab 50 Beschäftigten | 726 im Jahr 2025 |
| Industrieumsatz dieser Betriebe | knapp 45 Mrd. Euro 2025 |
| Exportquote dieser Betriebe | 40,0 % |
| Gewerbeanmeldungen | 11.955 im Jahr 2025 |
| IHK-Auszubildende | 17.419 Ende 2025 |
| Touristische Übernachtungen | rund 5,29 Mio. im Jahr 2025 |
Ostwestfalen liegt im Nordosten Nordrhein-Westfalens und reicht vom Kreis Gütersloh im Westen bis an die Grenzen zu Niedersachsen und Hessen im Osten. Im Norden bildet der Kreis Minden-Lübbecke einen großen Teil der Landesgrenze zu Niedersachsen, im Süden reicht die Region bis in den Kreis Paderborn.
Legt man die Abgrenzung der IHK Ostwestfalen zugrunde, umfasst die Region rechnerisch rund 5.280 Quadratkilometer.
Dazu gehören:
Insgesamt befinden sich in diesem Gebiet 54 Städte und Gemeinden.
Landschaftlich ist Ostwestfalen ungewöhnlich vielfältig. Teutoburger Wald, Egge- und Wiehengebirge treffen auf die Senne, das Ravensberger Hügelland und die Flusslandschaften von Weser und Ems. Während rund um Bielefeld, Gütersloh und Herford ein eng verflochtener Wirtschaftsraum entstanden ist, gehören insbesondere Teile der Kreise Höxter, Paderborn und Minden-Lübbecke zu den ländlich geprägten Gebieten Nordrhein-Westfalens.
In Ostwestfalen leben rund 1,7 Millionen Menschen.
Eine auf das Gebiet der IHK Ostwestfalen bezogene Auswertung der Bevölkerungszahlen kommt für 2025 auf etwa 1,73 Millionen Einwohner.
Die größten Bevölkerungszentren liegen dabei nicht in einer einzigen Metropole. Ostwestfalen ist vielmehr polyzentrisch aufgebaut: Mehrere große und mittelgroße Städte verteilen sich über die gesamte Region.
Das unterscheidet Ostwestfalen beispielsweise vom Ruhrgebiet oder von der Region Köln/Bonn.
Zu den größten Städten der Region gehören:
| Stadt | Einwohner, etwa |
|---|---|
| Bielefeld | über 330.000 |
| Paderborn | rund 156.000 |
| Gütersloh | rund 100.000 |
| Minden | rund 84.000 |
| Herford | rund 68.000 |
| Bad Oeynhausen | rund 50.000 |
| Rheda-Wiedenbrück | rund 50.000 |
| Bünde | rund 46.000 |
| Löhne | rund 41.000 |
| Porta Westfalica | rund 36.000 |
Bei Einwohnerzahlen können unterschiedliche Angaben auftauchen. Ein Grund dafür ist, dass kommunale Melderegister und die amtliche Bevölkerungsfortschreibung teilweise unterschiedliche Datengrundlagen und Stichtage verwenden.
Für Vergleiche sollte deshalb immer auf Quelle und Stichtag geachtet werden.

Die Begriffe Ostwestfalen und Ostwestfalen-Lippe werden im Alltag häufig gleich verwendet. Historisch und geografisch besteht jedoch ein Unterschied.
Zum eigentlichen Ostwestfalen gehören Bielefeld und die Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn.
Ostwestfalen-Lippe (OWL) umfasst zusätzlich den Kreis Lippe.
OWL ist damit deckungsgleich mit dem heutigen Regierungsbezirk Detmold.
Die Gesamtregion besteht aus:
Bielefeld + Gütersloh + Herford + Höxter + Lippe + Minden-Lübbecke + Paderborn.
Auf rund 6.500 Quadratkilometern leben in Ostwestfalen-Lippe etwa 2,07 Millionen Menschen.
Der Kreis Lippe allein zählt rund 346.000 Einwohner. Zu seinen größten Städten gehören Detmold, Bad Salzuflen und Lemgo.
Für viele Wirtschafts-, Forschungs- und Regionalstatistiken wird heute OWL als gemeinsame Region betrachtet. Deshalb beziehen sich beispielsweise Daten der NRW.BANK, der OWL GmbH oder verschiedener Forschungsprojekte häufig auf Ostwestfalen-Lippe und nicht ausschließlich auf das historisch enger gefasste Ostwestfalen.
Ostwestfalen wird stark vom Mittelstand geprägt.
Zum 1. Januar 2026 zählte die IHK Ostwestfalen zu Bielefeld 117.897 Mitgliedsunternehmen. Dazu gehören Betriebe aus Industrie, Handel und Dienstleistungen – vom kleinen Einzelunternehmen bis zum international tätigen Konzern.
Charakteristisch für die Region sind insbesondere zahlreiche Familienunternehmen, die über mehrere Generationen gewachsen sind und ihren Hauptsitz bis heute in Ostwestfalen haben.
Bekannte Beispiele kommen unter anderem aus:
Viele dieser Unternehmen sind außerhalb ihrer Branche kaum bekannt, gehören innerhalb ihrer jeweiligen Märkte aber zu den führenden Anbietern.
Zum 31. Dezember 2025 gab es in Ostwestfalen 767.358 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Besonders auffällig ist die industrielle Struktur.
Allein im Verarbeitenden Gewerbe arbeiteten 205.524 Menschen. Das entspricht 26,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Rechnet man Bauwirtschaft, Energieversorgung und weitere Bereiche des Produzierenden Gewerbes hinzu, entfielen sogar 33,4 Prozent der Beschäftigung auf diesen Wirtschaftssektor.
Zum Vergleich: In vielen anderen deutschen Regionen dominieren Dienstleistungen wesentlich stärker.
Dennoch ist auch Ostwestfalen längst keine reine Industrieregion. Mehr als eine halbe Million sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten in Dienstleistungen.
Besonders große Bereiche sind Handel, Gesundheitswesen, Sozialwesen, Bildung, Logistik sowie wirtschaftsnahe Dienstleistungen.
Wie stark die Industrie ist, zeigen auch die Umsatzzahlen.
2025 wurden in Ostwestfalen 726 Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens 50 Beschäftigten statistisch erfasst.
Diese Unternehmen beschäftigten zusammen 166.819 Menschen und erzielten einen Gesamtumsatz von knapp 45 Milliarden Euro.
Etwa 18 Milliarden Euro davon entfielen auf das Auslandsgeschäft.
Die Exportquote lag damit bei 40 Prozent.
Besonders stark ist die Industrie im Kreis Gütersloh. Dort erzielten die größeren Industriebetriebe 2025 allein mehr als 19 Milliarden Euro Umsatz.
Weitere bedeutende Industriestandorte liegen in den Kreisen Minden-Lübbecke, Herford und Paderborn sowie in Bielefeld.
Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds entwickelte sich das Gründungsgeschehen zuletzt positiv.
Im Jahr 2025 wurden in Ostwestfalen 11.955 Gewerbe neu angemeldet. Das waren 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit 2010.
Gleichzeitig wurden 7.943 Gewerbe abgemeldet.
Damit ergab sich ein positiver Saldo von 4.012 zusätzlichen Gewerben.
Das zeigt, dass die regionale Wirtschaft nicht nur von etablierten Familienunternehmen getragen wird. Auch neue Betriebe, Selbstständige und Start-ups gehören zur wirtschaftlichen Entwicklung Ostwestfalens.
Die duale Berufsausbildung spielt in Ostwestfalen eine überdurchschnittlich große Rolle.
Ende 2025 betreute die IHK Ostwestfalen 17.419 Auszubildende in 166 IHK-Berufen.
Insgesamt engagierten sich 4.065 Ausbildungsbetriebe.
Allein im Jahr 2025 wurden 6.401 neue IHK-Ausbildungsverträge abgeschlossen.
Gerade für die vielen mittelständischen Industrie- und Familienunternehmen ist die betriebliche Ausbildung ein entscheidender Weg, um Fachkräfte selbst zu qualifizieren und langfristig an die Region zu binden.
Bei Forschung und Hochschulen werden Zahlen meist für die Gesamtregion Ostwestfalen-Lippe erhoben.
OWL verfügt aktuell über 14 Hochschulen an 19 Standorten mit rund 69.000 Studierenden.
Zu den größten Einrichtungen gehören:
Hinzu kommen außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Netzwerke wie Fraunhofer sowie das Technologienetzwerk it’s OWL.
Die enge Verbindung von Hochschulen, Forschung und mittelständischer Industrie ist eine Besonderheit der Region.
Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe investierten 2023 rund 1,2 Milliarden Euro in eigene Forschung und Entwicklung.
Seit 2007 sind diese Ausgaben damit um mehr als die Hälfte gestiegen.
Besonders deutlich zeigt sich die Innovationskraft bei den Patenten.
2022 kamen in OWL 148 Patentanmeldungen auf 100.000 Beschäftigte. Der nordrhein-westfälische Durchschnitt lag bei 85.
Damit hatte Ostwestfalen-Lippe die höchste Patentintensität aller Wirtschaftsregionen Nordrhein-Westfalens.
Besonders stark schnitten die Kreise Gütersloh und Lippe ab.
Auch für die gesamte Wirtschaftsleistung bleibt Industrie entscheidend.
Nach Angaben der NRW.BANK erwirtschaftet sie in Ostwestfalen-Lippe etwa jeden vierten Euro der regionalen Wirtschaftsleistung.
Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag 2023 bei 45.731 Euro. Nordrhein-Westfalen insgesamt kam auf 46.851 Euro.
Interessanter ist die längerfristige Entwicklung: Zwischen 2013 und 2023 stieg das nominale BIP pro Einwohner in OWL um 36,8 Prozent und damit etwas stärker als im Landesdurchschnitt.
Innerhalb der Region bestehen erhebliche Unterschiede. Der Kreis Gütersloh gehört aufgrund seiner starken Industrie zu den wirtschaftlich leistungsfähigsten Teilregionen.
Ostwestfalen ist nicht nur Industrie- und Wirtschaftsstandort.
2025 wurden im Gebiet der IHK Ostwestfalen 5.294.410 touristische Übernachtungen registriert.
Erfasst wurden 508 Beherbergungsbetriebe mit insgesamt knapp 30.000 Betten.
Zu den wichtigsten touristischen Themen gehören:
Bezieht man Lippe und damit die gesamte Tourismusregion OWL ein, liegt die Zahl der Übernachtungen noch deutlich höher.
Die Zahlen zeigen eine Region, deren Stärke nicht auf einem einzigen Zentrum oder einer einzigen Branche beruht.
Ostwestfalen besitzt keine Millionenstadt. Stattdessen verteilt sich die Wirtschaft auf zahlreiche große und mittelgroße Städte.
Bielefeld ist das größte urbane Zentrum, Gütersloh besitzt eine außergewöhnlich starke Unternehmenslandschaft, Herford und der Raum Löhne gehören zu den Zentren der Möbel- und Küchenindustrie, Minden-Lübbecke ist stark industriell geprägt und Paderborn verbindet Industrie mit Universität und Technologie.
Hinzu kommen zahlreiche kleinere Standorte, an denen Unternehmen sitzen, die weltweit aktiv sind.
Diese dezentrale Struktur gehört zu den wichtigsten Besonderheiten Ostwestfalens.
Rund 1,7 Millionen Einwohner, fast 118.000 IHK-Unternehmen und mehr als 767.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte machen Ostwestfalen zu einem bedeutenden Wirtschaftsraum im Nordosten Nordrhein-Westfalens.
Gleichzeitig liegen zwischen den dicht besiedelten Wirtschaftsachsen große ländliche Gebiete, Wälder, Mittelgebirge und Flusslandschaften.
Mit Lippe entsteht daraus die mehr als zwei Millionen Einwohner starke Region Ostwestfalen-Lippe.
Die Zahlen erklären damit einen Teil dessen, was Ostwestfalen ausmacht: eine vergleichsweise dezentrale Region mit außergewöhnlich starker Industrie, vielen Familienunternehmen und einer engen Verbindung zwischen Mittelstand, Ausbildung und Forschung.
Die Angaben auf dieser Seite basieren auf aktuellen Daten und Veröffentlichungen der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, der NRW.BANK, der OWL GmbH sowie amtlichen Statistiken des Landes Nordrhein-Westfalen. Bei Kennzahlen wird nach Möglichkeit der jeweilige Datenstand angegeben.
Wichtige Quellen:
In Ostwestfalen leben rund 1,7 Millionen Menschen. Legt man das Gebiet der IHK Ostwestfalen mit Bielefeld sowie den Kreisen Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn zugrunde, ergeben aktuelle Daten für 2025 rund 1,73 Millionen Einwohner.
Das entsprechend abgegrenzte Ostwestfalen umfasst rechnerisch rund 5.280 Quadratkilometer.
Bielefeld ist mit deutlich mehr als 300.000 Einwohnern die größte Stadt Ostwestfalens. Danach folgen Paderborn und Gütersloh.
Die IHK Ostwestfalen zählte zum 1. Januar 2026 insgesamt 117.897 Mitgliedsunternehmen. Darin enthalten sind Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.
Zum 31. Dezember 2025 gab es in Ostwestfalen 767.358 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Sehr wichtig. 26,8 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten im Verarbeitenden Gewerbe. Zusammen mit weiteren Bereichen des Produzierenden Gewerbes beträgt der Anteil 33,4 Prozent.
In der Gesamtregion Ostwestfalen-Lippe leben rund 2,07 Millionen Menschen.
Nein. Ostwestfalen umfasst Bielefeld sowie die Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn. Ostwestfalen-Lippe umfasst zusätzlich den Kreis Lippe und ist deckungsgleich mit dem Regierungsbezirk Detmold.