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Bielefeld produziert künftig eigenen Wasserstoff in Heepen und versorgt damit unter anderem die wachsende Wasserstoffbus-Flotte.

Bielefeld macht bei der Wasserstoffversorgung einen wichtigen Schritt in Richtung Eigenständigkeit. Auf dem Gelände des Innovationsparks Sektorenkopplung an der Müllverbrennungsanlage in Heepen nehmen die Stadtwerke Bielefeld einen eigenen Elektrolyseur in Betrieb. Die offizielle Inbetriebnahme ist für Freitag, 4. September 2026, vorgesehen. Damit kann der Wasserstoff für die Brennstoffzellenbusse von moBiel künftig direkt in Bielefeld hergestellt werden.
Bislang muss der grüne Wasserstoff für die Fahrzeugflotte angeliefert werden. Das soll sich mit der neuen Anlage ändern. Der Elektrolyseur verfügt nach Angaben der Stadtwerke über eine Leistung von einem Megawatt. Er zerlegt Wasser mithilfe elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff. Der dafür benötigte Strom soll klimafreundlich vor Ort bereitgestellt werden. Damit werden Energieerzeugung und öffentlicher Nahverkehr unmittelbar miteinander verbunden.
Abnehmer für den in Heepen erzeugten Wasserstoff sind vor allem die mittlerweile 29 Brennstoffzellenbusse von moBiel. Vier Fahrzeuge waren zunächst im Probebetrieb unterwegs, anschließend wurde die Flotte deutlich erweitert. Nach Angaben der Stadtwerke können die Wasserstoffbusse Reichweiten von rund 400 Kilometern am Tag erreichen. Mit insgesamt 29 Fahrzeugen ist inzwischen ein erheblicher Teil der Bielefelder Busflotte mit dieser Antriebstechnik unterwegs.
Mit dem eigenen Elektrolyseur wird Wasserstoff in Bielefeld vom Zukunftsthema zur konkreten kommunalen Infrastruktur.
Der Standort in Heepen ist dabei längst mehr als eine Tankstelle. Im sogenannten Innovationspark Sektorenkopplung sind unter anderem Abstellhallen, Werkstatttechnik, Ladeinfrastruktur und die Wasserstoffversorgung gebündelt. Allein für die Erweiterung des Innovationsparks und die emissionsfreien Fahrzeuge hatte die Stadtwerke-Gruppe bereits Investitionen von rund 45 Millionen Euro angekündigt. Für den neuen Elektrolyseur fließen nach rund zwei Millionen Euro Fördermittel des Bundes.
Interessant könnte die Anlage langfristig auch über den Busverkehr hinaus werden. Der Umweltbetrieb der Stadt setzt ebenfalls wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeuge ein. Seit Frühjahr 2026 können diese die Wasserstofftankstelle von moBiel auf dem Gelände nutzen. Damit entsteht in Heepen zunehmend eine lokale Infrastruktur, die mehreren kommunalen Bereichen zugutekommen kann.
Unsere Meinung: Der Elektrolyseur ist für Bielefeld wichtiger, als es die Größe der Anlage zunächst vermuten lässt. Entscheidend ist, dass Energieerzeugung, kommunale Infrastruktur und Mobilität an einem Standort zusammengeführt werden. Genau solche Projekte können zeigen, dass die Energiewende nicht nur aus großen politischen Zielen besteht, sondern ganz konkret vor Ort umgesetzt werden kann.