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Weidmüller baut in Suzhou seinen neuen Asien-Hauptsitz und stärkt damit Produktion, Entwicklung sowie Kundennähe in China.

Detmold/Suzhou. Für Weidmüller ist China längst kein ferner Absatzmarkt mehr. Mit dem Spatenstich für eine neue asiatische Unternehmenszentrale in Suzhou macht das Detmolder Familienunternehmen nun deutlich, wie wichtig die Region für seine weitere Entwicklung geworden ist. In dem Industriepark westlich von Shanghai soll ein Standort entstehen, der Produktion, Entwicklung, Logistik, Engineering sowie Schulungs- und Kundencenter an einem Ort bündelt.
Die Investition gilt als die größte, die Weidmüller bislang außerhalb Deutschlands auf den Weg gebracht hat. Eine konkrete Summe wurde nicht genannt. Klar ist aber: Der Neubau ist mehr als eine zusätzliche Halle. In der ersten Ausbaustufe geht es um rund 40.000 Quadratmeter. Nach Fertigstellung soll sich die Produktionskapazität des bestehenden Weidmüller-Standorts in Suzhou voraussichtlich mehr als verdreifachen.
Für das Unternehmen aus Detmold ist der Schritt auch eine Antwort auf veränderte Lieferketten und wachsende Anforderungen asiatischer Kunden. Weidmüller ist seit mehr als 30 Jahren in China aktiv. Künftig sollen dort noch stärker Produkte entwickelt und gefertigt werden, die direkt auf den chinesischen und asiatischen Markt zugeschnitten sind. Dazu zählt auch die Marke Qilin, die Weidmüller speziell für diese Region aufgebaut hat.
Suzhou ist dabei kein Zufallsstandort. Der Suzhou Industrial Park gehört zu den bedeutenden Industrieclustern Chinas. Nach Angaben der Parkverwaltung haben sich dort mehr als 5.200 ausländisch investierte Projekte angesiedelt, darunter rund 170 deutsche Unternehmen. Für Weidmüller bietet das Umfeld kurze Wege zu Kunden, Zulieferern und Fachkräften.
Auch aus Detmolder Sicht ist der Ausbau bemerkenswert. Weidmüller beschäftigt weltweit rund 5.700 Menschen, davon etwa 2.000 am Stammsitz in Ostwestfalen-Lippe. Das Unternehmen, das 1850 gegründet wurde, steht für elektrische Verbindungstechnik, Automatisierung und digitale Industrielösungen. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Umsatz bei knapp einer Milliarde Euro.
Die neue Zentrale in Suzhou soll gemeinsam mit dem bestehenden Werk vor Ort künftig als zweiter Wachstumsmotor in Asien dienen. Für Weidmüller bedeutet das mehr Nähe zu den Märkten, schnellere Entscheidungen und eine stärkere regionale Wertschöpfung. Für Detmold zeigt der Schritt zugleich, wie international ein heimischer Industriebetrieb inzwischen aufgestellt sein muss, um im Wettbewerb der großen Industrieregionen mitzuhalten.
Weitere Informationen: weidmueller.de