Top 100: Kreis Herford punktet beim nationalen Innovations-Wettbewerb

Wemhöner, Eggersmann und Bergmann & Steffen überzeugen beim Top-100-Wettbewerb und werden als innovativste Mittelständler ausgezeichnet.

Der Kreis Herford hat sich einen beachtlichen Ruf erarbeitet — nicht als Kurort oder Touristenziel, sondern als Heimat von Unternehmen, die an der Spitze des deutschen Mittelstands mitspielen. Beim renommierten Top-100-Wettbewerb, der seit 33 Jahren die innovativsten Mittelständler Deutschlands kürt, schaffte es in diesem Jahr gleich ein Trio aus dem Kreis in die Auszeichnungsrunde: Wemhöner Surface Technologies aus Herford, Eggersmann Metallbau aus Bünde und Bergmann & Steffen aus Spenge.

Die offizielle Preisverleihung fand heute, am 26. Juni, beim Deutschen Mittelstands-Summit in Heidelberg statt — und der Kreis Herford war damit dreifach vertreten. Insgesamt erhielten elf Unternehmen aus der Region Ostwestfalen-Lippe das Top-100-Siegel, wobei jeweils drei Betriebe aus den Kreisen Gütersloh, Herford und Lippe stammen.

Für Wemhöner Surface Technologies ist die Auszeichnung eine Bestätigung dessen, was das Unternehmen seit Jahrzehnten verkörpert. Seit der Gründung 1925 in Herford baut das Familienunternehmen Maschinen und Anlagen für die Holzwerkstoff- und Möbelindustrie — mit einer Exportquote von über 90 Prozent und mehr als 300 Mitarbeitern allein am Stammwerk. Die Wemhöner Kurztaktpressen-Anlagen zur Melamindirektbeschichtung sind seit über 40 Jahren eine feste Größe und inzwischen weltmarktführend in diesem Segment. Die Auszeichnung beim Top-100-Wettbewerb reiht sich ein in eine lange Liste von Anerkennungen für das Herforder Unternehmen, das zuletzt auch im Generationenwechsel für Schlagzeilen sorgte.

Eggersmann Metallbau aus Bünde hingegen feiert sein Top-100-Debüt. Der Metallbauer aus Bünde ist erstmals unter den Preisträgern — und wer mit Geschäftsführer Jens Eggersmann spricht, hört, dass er das Siegel als „Mannschaftsleistung“ versteht. Das Unternehmen wird in der Kategorie mit unter 50 Mitarbeitenden geführt. Klein, aber offenbar mit dem richtigen Riecher für Innovation — das zeigt die Auszeichnung deutlich.

Ganz anders die Ausgangslage bei Bergmann & Steffen aus Spenge: Der Hersteller von Laser-Remote-Schweißanlagen und Remote-Schweißtechnik erhält die Top-100-Auszeichnung bereits zum vierten Mal — ein Zeichen dafür, dass Innovationskraft dort keine Modeerscheinung ist, sondern gelebte Unternehmenskultur.

Wer das Siegel tragen darf, hat sich zuvor einem wissenschaftlichen Benchmarking unter der Leitung von Innovationsforscher Nikolaus Franke gestellt. Bewertet werden Kategorien wie innovationsförderndes Top-Management, Innovationsklima, innovative Prozesse und Außenorientierung. Insgesamt hatten 356 Unternehmen ihre Bewerbung für die diesjährige Runde eingereicht.

Den Wettbewerb begleitet in diesem Jahr erstmals der frühere Bundespräsident Christian Wulff als Mentor, der den Geehrten in Heidelberg persönlich gratulierte. Sein Engagement für den Mittelstand trägt er dabei mit Überzeugung: Die mittelständischen Unternehmen seien Ideenschmieden, die fest in ihren Heimatregionen verwurzelt seien und weit über das Wirtschaftliche hinaus eine soziale Rolle übernähmen.

Für den Kreis Herford gilt das ohne Zweifel. Drei Unternehmen, drei völlig unterschiedliche Geschichten — und doch alle drei mit demselben Beweis: dass gute Ideen nicht aus Metropolen kommen müssen.

Weitere Informationen: top100.de