OWL produziert mehr als die Hälfte des NRW-Katzenfutters

Mehr als die Hälfte des NRW-Katzenfutters stammt aus OWL – der Regierungsbezirk Detmold wächst zum bedeutenden Produktionszentrum heran.

Der Regierungsbezirk Detmold ist die Hochburg der Katzenfutterproduktion in Nordrhein-Westfalen. Mehr als die Hälfte der landesweit hergestellten Menge kam 2025 aus Betrieben in Ostwestfalen-Lippe. Damit gehört eine Branche zu den regionalen Wirtschaftsstärken, die im öffentlichen Bewusstsein bislang kaum eine Rolle spielt.

Produktion von Katzenfutter in NRW
Produktion von Katzenfutter in NRW @it.nrw

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes IT.NRW wurden im vergangenen Jahr landesweit rund 110.200 Tonnen Katzenfutter industriell hergestellt. Davon entfielen 54,9 Prozent auf Unternehmen im Regierungsbezirk Detmold. Dieser umfasst nicht nur die Stadt Detmold und den Kreis Lippe, sondern auch Bielefeld sowie die Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn. Gemeint ist somit nahezu ganz Ostwestfalen-Lippe.

Ostwestfalen ist nicht nur Möbel– und Küchenregion – auch bei Heimtiernahrung gehört die Region zu den stärksten Produktionsstandorten.

Die Produktionsmenge ist innerhalb eines Jahres um 6,5 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu 2015 hat sie sich nahezu verdoppelt, gegenüber 2005 sogar mehr als verdreifacht. Damals wurden in Nordrhein-Westfalen lediglich 35.100 Tonnen hergestellt. Inzwischen sind 15 größere Betriebe in der Statistik erfasst. Die Erhebung berücksichtigt in der Regel Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes mit mindestens zehn Beschäftigten. Kleinere Manufakturen und Spezialanbieter dürften in diesen Zahlen daher nicht vollständig auftauchen.

Bemerkenswert ist allerdings, dass der Absatzwert trotz der höheren Produktionsmenge zurückging. Er lag 2025 bei 244,3 Millionen Euro und damit 8,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Zahlen sind nicht preisbereinigt, zeigen aber, dass eine steigende Menge nicht automatisch steigende Erlöse bedeutet. Hersteller stehen offenbar auch in dieser Branche unter erheblichem Preis- und Wettbewerbsdruck.

Dass die Heimtiernahrung in Ostwestfalen industriell fest verankert ist, zeigt unter anderem der Produktionsstandort von Mars Petcare in Minden. Daneben gibt es in der Region weitere mittelständische Hersteller und spezialisierte Anbieter. Die günstige Lage, eine starke Lebensmittelwirtschaft und kurze Wege zu Zulieferern und Logistikunternehmen dürften der Branche entgegenkommen. Mars nennt Minden neben Verden ausdrücklich als einen seiner deutschen Produktionsstandorte für Heimtiernahrung.

Die Nachfrage bleibt groß: In deutschen Haushalten lebten 2025 rund 15,7 Millionen Katzen. Katzenfutter war mit einem Umsatz von mehr als 2,3 Milliarden Euro im stationären Handel das größte Segment bei der Heimtiernahrung.

Unsere Meinung: Die Zahlen sind mehr als eine kuriose Meldung zum Internationalen Katzentag. Sie zeigen, wie breit die industrielle Basis Ostwestfalens tatsächlich aufgestellt ist. Die Region sollte solche weniger bekannten Wirtschaftsstärken offensiver darstellen – zugleich aber darauf achten, dass Wachstum mit transparenten Zutaten, nachhaltiger Produktion und verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen verbunden bleibt.

Weitere Informationen: it.nrw