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Jugendkriminalität sinkt 2025 in NRW. Was der Rückgang für Ostwestfalen bedeutet und warum Prävention weiterhin besonders wichtig bleibt.

Die Zahl der jugendlichen Tatverdächtigen in Nordrhein-Westfalen ist erneut gesunken. Nach Angaben der Landesregierung wurden im vergangenen Jahr 40.601 Jugendliche im Alter von 14 bis unter 18 Jahren von der Polizei als tatverdächtig erfasst. Das waren 7,6 Prozent weniger als 2024. Noch deutlicher fällt der Vergleich mit dem Jahr 2023 aus: Damals hatte die Statistik mit 47.602 jungen Tatverdächtigen den höchsten Stand innerhalb von fünf Jahren erreicht.
Auch die Zahl der Jugendlichen, die mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, entwickelte sich rückläufig. Im Jahr 2023 wurden noch 2.709 sogenannte Mehrfachtatverdächtige gezählt. Zwei Jahre später waren es 2.040. Damit gehörte etwa jeder zwanzigste jugendliche Tatverdächtige zu dieser Gruppe. Gerade dieser Rückgang ist bedeutsam, weil wiederholte Straftaten häufig auf tiefer liegende Probleme im persönlichen oder sozialen Umfeld hinweisen.
Am häufigsten registrierte die Polizei Ladendiebstähle. Es folgten einfache sowie gefährliche und schwere Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Rauschgiftdelikte. Ebenfalls unter den zehn häufigsten Deliktgruppen finden sich Beleidigungen, Bedrohungen, Leistungserschleichung und Raub. Hinzu kommen Verfahren wegen der Verbreitung oder des Besitzes kinderpornografischer Inhalte. Zwischen 2021 und 2024 wurden in Nordrhein-Westfalen jährlich rund 5.000 Jugendliche rechtskräftig verurteilt. Zahlen für 2025 liegen bislang nicht vor.
Der Rückgang ist ein gutes Zeichen – aber kein Grund, bei der Prävention nachzulassen.
Für Städte und Kreise in Ostwestfalen sind die Landeszahlen eine erfreuliche Nachricht, aber kein Grund, bei der Präventionsarbeit nachzulassen. Jugendämter, Schulen, Vereine, Polizei und Familien müssen möglichst früh erkennen, wenn junge Menschen den Anschluss verlieren. Hilfreich sind erreichbare Beratungsangebote, verlässliche Freizeitmöglichkeiten und Erwachsene, die nicht erst reagieren, wenn bereits eine Straftat geschehen ist.
Die Statistik sollte zudem richtig gelesen werden. Sie bildet nur Straftaten ab, die der Polizei bekannt geworden sind. Veränderungen beim Anzeigeverhalten oder bei polizeilichen Kontrollen können die Zahlen beeinflussen. Außerdem ist ein Tatverdächtiger nicht automatisch ein verurteilter Täter. Das Bundeskriminalamt weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass die Polizeiliche Kriminalstatistik nur das sogenannte Hellfeld erfasst.
Unsere Meinung: Der Rückgang ist ein gutes Zeichen, das weder kleingeredet noch überbewertet werden sollte. Wer jetzt ausschließlich nach härteren Strafen ruft, macht es sich zu einfach. Konsequenzen müssen sein, doch nachhaltiger ist es, Jugendlichen rechtzeitig Halt, Aufgaben und echte Perspektiven zu geben. Das gilt für ganz Nordrhein-Westfalen – und ebenso für Ostwestfalen.
Weitere Informationen: bka.de