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Neue IHK-Vollversammlung in Ostwestfalen gewählt: 71 Unternehmer vertreten die Wirtschaft von 2026 bis 2030 und setzen künftig Impulse.

Bielefeld/Ostwestfalen. Die ostwestfälische Wirtschaft hat ihr neues „Parlament“ gewählt. Nach der Vollversammlungswahl der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld stehen 71 Unternehmerinnen und Unternehmer fest, die in der Amtsperiode 2026 bis 2030 die Leitlinien der Kammerarbeit mitbestimmen werden. Die Wahl lief vom 1. bis 30. Juni 2026, die konstituierende Sitzung ist für den 7. September 2026 vorgesehen.
Für die Region ist das Gremium weit mehr als eine interne Kammerangelegenheit. Die Vollversammlung entscheidet über Haushalt, Beiträge und wirtschaftspolitische Schwerpunkte der IHK. Sie setzt Akzente bei Themen wie Ausbildung, Verkehr, Fachkräftesicherung und Digitalisierung – also bei Fragen, die Betriebe zwischen Bielefeld, Gütersloh, Herford, Höxter, Minden-Lübbecke und Paderborn unmittelbar betreffen.
Auffällig ist die Mischung aus Kontinuität und Wechsel. 29 der Gewählten ziehen erstmals ein oder kehren in die Vollversammlung zurück. Gleichzeitig bleibt die Spitze sichtbar stabil: IHK-Präsident Jörn Wahl-Schwentker sowie die erneut angetretenen Mitglieder des bisherigen Präsidiums wurden wiedergewählt. Das neue Präsidium wird allerdings erst in der ersten Sitzung im September 2026 bestimmt.
Auch bei der Zusammensetzung gibt es Bewegung. 20 Frauen gehören künftig der Vollversammlung an; in der zu Ende gehenden Wahlperiode waren es 15. Vertreten sind Unternehmen aus Industrie, Handel, Dienstleistungen, Logistik, Finanzwirtschaft, Energiewirtschaft, Gastgewerbe, IT und Beratung. Die Spannweite reicht vom Familienbetrieb bis zum international tätigen Konzern.
Die Wahlbeteiligung lag nach IHK-Angaben bei rund zwölf Prozent und damit leicht über dem Wert von 2022.
Erstmals nutzten mehr Unternehmen die digitale Stimmabgabe als die Briefwahl. Die IHK hatte die Online-Wahl im Vorfeld als Möglichkeit beworben, die Teilnahme einfacher und ortsunabhängig zu machen. Wahlberechtigt waren rund 112.600 Unternehmen; die IHK Ostwestfalen vertritt insgesamt etwa 115.000 Mitgliedsunternehmen.
IHK-Hauptgeschäftsführerin Petra Pigerl-Radtke wertete das Ergebnis als Zeichen für ehrenamtliches Engagement aus der Unternehmerschaft. Genau darauf wird es nun ankommen: Die neue Vollversammlung übernimmt ihr Mandat in einer Zeit, in der viele Betriebe über hohe Kosten, Bürokratie, Fachkräftemangel und verlässliche Infrastruktur sprechen. Welche Schwerpunkte das neue Gremium setzt, dürfte deshalb nicht nur in den Sitzungssälen der IHK aufmerksam verfolgt werden.
Link: ihk.de