Heiner Meyer: Bielefelder Pop-Art mit Weltformat

Heiner Meyer bringt Pop-Art aus Bielefeld auf internationale Bühnen – zwischen Glamour, Konsum und regionaler Verbundenheit mit Strahlkraft.

Bielefeld wird international eher mit Industrie, Mittelstand und Universität verbunden als mit großer Pop-Art. Dabei arbeitet hier seit Jahrzehnten ein Künstler, dessen Bilder und Skulpturen längst auf Ausstellungen und in Sammlungen rund um den Globus angekommen sind: Heiner Meyer. Der 1953 in Bielefeld geborene Maler ist seiner Heimatstadt treu geblieben, obwohl seine Karriere ihn weit über Ostwestfalen hinausgeführt hat.

Meyers Bildwelt ist auf den ersten Blick leicht zu erkennen. Sportwagen treffen auf Stilettos, Lippenstift, Diamanten, Comicfiguren, Filmstars und bekannte Konsumgüter. Alles glänzt, vieles wirkt begehrenswert, manches bewusst überladen. Doch die Arbeiten sind keine bloßen Werbebilder. Der Künstler verdichtet die Zeichen von Luxus, Schönheit und gesellschaftlichem Status zu Szenen, in denen Verführung und Überfluss nah beieinanderliegen. Gerade dieser Gegensatz gibt den Bildern ihre Spannung.

Ausstellung in Hannover: Pop-Art-Künstler Heiner Meyer zeigt Bilder im Kunsthaus

Sein Weg in die Kunst begann früh. Bereits 1972 zeigte Meyer im Alter von 19 Jahren seine erste Einzelausstellung in Münster. Wenig später hielt er sich in London und im spanischen Cadaqués auf, wo er zeitweise im Atelier von Salvador Dalí arbeitete. Die Begegnung mit dem berühmten Surrealisten wurde zu einer prägenden Station. Anschließend studierte Meyer Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, wurde Meisterschüler und übernahm später Lehraufträge in Braunschweig und Bielefeld. Seine Arbeiten sind heute in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Wie groß die Reichweite des Bielefelders inzwischen ist, zeigt auch die Ausstellung „Between Glamour and Trust“ im Kunstforum Hermann Stenner. Dort werden bis zum 31. Juli Arbeiten aus rund zwei Jahrzehnten präsentiert. Das Haus bezeichnet Meyer als eine prägende Position der zeitgenössischen Pop-Art und verweist auf mehr als 400 Ausstellungen weltweit. Zu sehen ist keine Rückschau im klassischen Sinne, sondern ein Querschnitt durch eine Kunst, die vertraute Bilder aus Werbung, Mode und Unterhaltung neu zusammensetzt.

Bemerkenswert bleibt, dass Meyer trotz seines internationalen Erfolgs weiterhin in Bielefeld lebt und arbeitet. Damit steht sein Name auch für eine Seite Ostwestfalens, die außerhalb der Region noch immer zu selten wahrgenommen wird: selbstbewusst, weltoffen und kulturell eigenständig.

Meine Meinung: Bielefeld sollte Heiner Meyer noch stärker als kulturellen Botschafter der Stadt begreifen. Seine Arbeiten beweisen, dass international beachtete Kunst nicht nur in Berlin, London oder New York entsteht. Sie kann ihren Ausgangspunkt ebenso in einem Atelier in Ostwestfalen haben – und genau darauf darf die Region ruhig etwas stolzer sein.

Weitere Informationen: heiner-meyer.com