Getränkebranche in NRW sucht Pfandflaschen

Hitze verschärft Leergut-Mangel in NRW und Ostwestfalen: Getränkehersteller bitten Kunden, Pfandflaschen und Kästen schnell zurückzubringen.

In den Getränkemärkten in Nordrhein-Westfalen zeigt sich derzeit ein Problem, das viele Kunden erst an der Kasse bemerken: Volle Kästen gehen schnell raus, leere kommen zu langsam zurück. Nach den heißen Tagen der vergangenen Woche fehlt mehreren Getränkeherstellern das Leergut. Besonders Mineralbrunnen, die stark auf Mehrweg setzen, geraten dadurch unter Druck.

Beim Bad Meinberger Mineralbrunnen im Kreis Lippe ist die Lage angespannt. Dort warnt man davor, dass die Produktion gedrosselt werden könnte, wenn nicht genügend Flaschen und Kisten zurückkommen. Auch bei Rheinfels in Duisburg läuft derzeit mehr Vollgut in den Handel, als Leergut wieder in die Abfüllung gelangt. Noch sei die Versorgung dort nicht gefährdet, doch die Entwicklung werde genau beobachtet.

Das Muster ist nicht neu: Sobald es heiß wird, kaufen viele Haushalte ein oder zwei Kästen mehr als üblich. Getrunken wird schnell, zurückgebracht wird später – oft erst, wenn alle Flaschen leer sind oder der nächste Großeinkauf ansteht. Für die Hersteller ist das ein Problem, weil Mehrweg nur funktioniert, wenn der Kreislauf in Bewegung bleibt.

Hinzu kommt, dass die Branche längst nicht mehr nur mit wenigen Standardflaschen arbeitet. Viele Marken nutzen eigene Formen, Sonderflaschen oder spezielle Kästen. Was im Getränkemarkt landet, passt deshalb nicht automatisch wieder zu dem Abfüller, der gerade Nachschub braucht. Für kleinere Betriebe ist das besonders schwierig. Große Leergutreserven kosten Geld, Platz und Personal – Vorräte, die sich nicht jeder Hersteller leisten kann.

Ganz anders klingt es bei Unternehmen, die frühzeitig Lager aufgebaut haben. Carolinen Brunnen in Bielefeld sieht sich auf die Sommermonate vorbereitet und verweist auf planbare Vorräte. Auch aus anderen Regionen Deutschlands heißt es, Engpässe seien nicht überall zu erwarten. Brauereien und Mineralbrunnen beobachten die Rückläufe aber genau und bitten Kunden, Pfandflaschen nicht wochenlang im Keller, in der Garage oder im Ferienhaus stehen zu lassen.

Der Appell ist schlicht: Wer Leergut hat, sollte es zeitnah zurückbringen. Für Verbraucher ändert sich dadurch wenig – außer, dass sie beim nächsten Einkauf vielleicht wieder schneller an ihre gewohnte Wassersorte kommen. Und falls einzelne Marken fehlen, bleibt meist der Griff zu Alternativen. Im Zweifel kommt der zuverlässigste Durstlöscher ohnehin aus dem Hahn.