Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Am Alten Bahnhof Kaunitz zeigt AuToRail OWL, wie automatisierte Fahrzeuge künftig Straße und Schiene in Verl intelligent verbinden könnten.

Am Alten Bahnhof in Kaunitz war am Mittwoch kein gewöhnlicher Besichtigungstermin angesetzt. Rund 50 Besucherinnen und Besucher kamen zum Testfeld des Forschungsprojekts AuToRail OWL, um sich aus nächster Nähe anzuschauen, woran Hochschulen und Stadt derzeit arbeiten: an einem Fahrzeug, das künftig selbstständig von der Straße auf die Schiene wechseln soll – und wieder zurück.
Was auf den ersten Blick wie ein spezieller Rangierwagen wirkt, hat es technisch in sich. Das Versuchsfahrzeug fährt derzeit noch manuell, doch genau das soll sich ändern. Ziel des Projekts ist es, den Wechsel zwischen Asphalt und Gleis zu automatisieren. Ein Fahrzeug, das Güter und perspektivisch auch Menschen sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene bewegen kann, könnte vor allem im ländlichen Raum neue Möglichkeiten eröffnen.
Projektleiter Professor Dr. Rolf Naumann von der Hochschule Bielefeld machte beim Infotag deutlich, worum es geht: Das Fahrzeug soll in bestehende Schienennetze eingebunden werden können, ohne dass dafür überall neue Spezialinfrastruktur gebaut werden muss. Lange Strecken könnten dann auf der Schiene zurückgelegt werden, kurze Abschnitte bis zum Betrieb, Lager oder Zielort auf der Straße. Gerade für Orte ohne direkten Gleisanschluss wäre das ein interessanter Ansatz.
Auf dem Gelände in Kaunitz konnten die Gäste an mehreren Stationen erfahren, welche Technik dahintersteckt. Es ging um Sensorik, Fahrzeugsteuerung, Systemarchitektur und die Absicherung sicherheitsrelevanter Funktionen. Auch die TH OWL stellte ihre Arbeit vor. Sie beschäftigt sich unter anderem mit virtuellen Testumgebungen und Simulationen. Solche digitalen Modelle sind wichtig, damit kritische Funktionen zunächst am Rechner geprüft werden können, bevor sie auf das echte Fahrzeug übertragen werden.
Das Testfeld am ehemaligen Bahnhof ist seit März 2026 in Betrieb. Auf einem Abschnitt der Strecke zwischen Verl und Hövelhof werden dort realistische Bedingungen geschaffen. Für die Versuche werden weder Personen noch Güter transportiert. Zunächst geht es allein darum, die technische Machbarkeit zu zeigen.
AuToRail OWL läuft seit Anfang 2024 und ist bis Ende 2026 angelegt. Beteiligt sind die Hochschule Bielefeld als Konsortialführerin, die Universität Bielefeld, die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe sowie die Verler Immobilien- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Das Projekt wird im Rahmen des EFRE/JTF-Programms „NRW, REGIONALE Ostwestfalen-Lippe: Vernetzte Mobilität und digitale Anwendungen“ mit einem Gesamtvolumen von rund 2,3 Millionen Euro aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. . Für Kaunitz bedeutet das: Ein altes Bahnhofsgelände ist wieder zu einem Ort geworden, an dem über die Zukunft der Mobilität gesprochen wird.
Weitere Informationen: th-owl.de