Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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NRW bündelt aktuelle Daten zu Dürre, Wasserständen, Waldbrandgefahr und regionalen Entnahmeverboten übersichtlich.

Vertrocknete Rasenflächen, niedrige Bachpegel und Felder, die schon am Vormittag stauben: Die Folgen der anhaltenden Trockenheit sind in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens längst vor der eigenen Haustür sichtbar. Nun hat das Land eine zentrale Internetseite freigeschaltet, auf der Bürgerinnen und Bürger die aktuelle Lage verfolgen können. Das Angebot bündelt Karten und Berichte zu Bodenfeuchte, Grundwasser, Niedrigwasser, Talsperren, Waldbrandgefahr und Trinkwasserversorgung.
Der Anlass ist ernst. Nach Angaben des NRW-Umweltministeriums waren Mitte Juli 2026 rund 81 Prozent der Landesfläche von „seltener Trockenheit“ oder Dürre betroffen. Vor allem im Südwesten habe sich extreme Dürre weiter ausgebreitet. Das neue Portal greift dafür unter anderem auf den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, Daten des Deutschen Wetterdienstes und hydrologische Messungen des Landesamtes LANUK zurück. Die Karten werden regelmäßig aktualisiert, hinzu kommt ein regional einstellbarer Benachrichtigungsdienst.
Dass es dabei nicht nur um abstrakte Messwerte geht, zeigen die Entscheidungen vor Ort. Im Regierungsbezirk Arnsberg ist seit dem 15. Juli 2026 die Wasserentnahme aus Ruhr, Lenne und Sieg untersagt. Selbst kleinere Mengen für die Bewässerung privater Gärten dürfen dort nicht mehr abgepumpt werden. Ähnliche Beschränkungen gelten etwa im Rheinisch-Bergischen Kreis und im Kreis Borken. Die Behörden begründen die Verbote mit niedrigen Wasserständen und dem Schutz von Fischen, Kleinstlebewesen und Pflanzen.
Das neue Portal macht die Trockenheit sichtbar – doch Wasser sparen und rechtzeitig handeln müssen Kommunen, Betriebe und Bürger selbst.
Auch die längerfristigen Zahlen geben wenig Anlass zur Entwarnung. Nach dem hydrologischen Bericht des LANUK lagen die Niederschläge in acht der zwölf Monate bis Ende Juni 2026 unter dem langjährigen Durchschnitt. Insgesamt fehlten in diesem Zeitraum knapp 91 Millimeter Regen. An rund 60 Prozent der Grundwassermessstellen sanken die Werte im Juni gegenüber dem Vormonat. Die Talsperren waren Ende Juni zwar überwiegend im Normalbetrieb, ihre Füllstände gingen jedoch zurück.
Für Kommunen, Landwirtschaft, Feuerwehren und Wasserverbände kann die neue Seite ein hilfreiches Lagebild liefern. Auch für Privatleute ist sie nützlich: Wer einen Garten bewässert, Wasser aus einem Bach holen möchte oder einen Waldspaziergang plant, findet schneller die passenden Hinweise für die eigene Region. Dazu gehören auch Informationen über örtliche Entnahmeverbote und die jeweilige Waldbrandgefahr.
Unsere Meinung: Das Portal ist überfällig und sinnvoll. Daten allein sparen allerdings keinen Liter Wasser. Entscheidend ist, dass Städte und Kreise frühzeitig handeln, verständlich informieren und geltende Beschränkungen kontrollieren. Trockenheit darf nicht erst dann ernst genommen werden, wenn der Bach vor der Haustür bereits verschwunden ist.
Weitere Informationen: umweltportal.nrw.de