Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
Das Dobergmuseum in Bünde wird zum LWL-Museum für Erdgeschichte und stärkt Forschung, Bildung sowie die regionale Identität nachhaltig.

Bünde. Aus dem Dobergmuseum wird das „LWL-Museum für Erdgeschichte, Westfälisches Landesmuseum | Bünde“. Der Landschaftsausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe hat die Umbenennung am Freitag, 17. Juli 2026, beschlossen. Damit bekommt das Haus an der Fünfhausenstraße nicht nur ein neues Schild, sondern auch einen deutlich größeren Anspruch.
Seit September 2025 wird das Museum als Außenstelle des LWL-Museums für Naturkunde in Münster geführt. Nun soll die wissenschaftliche Arbeit stärker in den Mittelpunkt rücken. Geplant sind mehr Forschungsprojekte, zusätzliche Kooperationen – unter anderem mit der Universität Münster – und neue Ausstellungen. Erkenntnisse aus der Forschung sollen schneller den Weg in die Vitrinen und in die Bildungsangebote finden. Auch Schulen will das Museum gezielter ansprechen und seine Programme stärker mit Lehrplänen verbinden.
Das Dobergmuseum bleibt seinem bewährten Konzept treu, zugleich wollen wir die Attraktivität des Hauses durch verstärkte wissenschaftliche Aktivitäten weiter erhöhen.
Museumsleiter Dr. Marco Schade
Der neue Name beschreibt den Inhalt zweifellos genauer. Denn die Sammlung reicht längst über Fossilien vom Doberg hinaus. Trotzdem bleibt der Hügel am südlichen Stadtrand das Herzstück der Geschichte. Seine Gesteinsschichten gehören zu den weltweit vollständigsten Ablagerungen des Oligozäns. Seit 2019 trägt das Areal die Auszeichnung „Nationaler Geotop“. Vor rund 30 Millionen Jahren lag hier ein subtropisches Meer, in dem Haie, Zahnwale und Seekühe lebten.
Die Anfänge des Museums liegen im frühen 20. Jahrhundert. Der Bünder Lehrer Friedrich Langewiesche begann damals, Fossilien vom Doberg zu sammeln. Aus diesen Funden entstand der Grundstock einer Sammlung, die den Namen der Stadt weit über Ostwestfalen hinaus in die geologische Fachwelt trug.
Diese Vergangenheit ist heute in der Dauerausstellung „Expedition Doberg“ zu sehen. Auf rund 550 Quadratmetern zeigt das Museum etwa 1.000 Fossilien und Gesteine, viele davon aus der Region. Zu den bekanntesten Stücken gehört das versteinerte Skelett einer Seekuh. Interaktive Stationen sollen besonders Familien und Schulklassen einen Zugang zu den gewaltigen Zeiträumen der Erdgeschichte ermöglichen. Im Erdgeschoss ergänzt derzeit die 250 Quadratmeter große Sonderausstellung „Alleskönner Wald“ das Angebot.
Für Bünde ist die Aufwertung ein wichtiges Signal. Das Museum wird stärker in das Netzwerk des LWL eingebunden und kann von wissenschaftlicher Erfahrung, größerer Reichweite und zusätzlichen Partnerschaften profitieren. Gleichzeitig verschwindet mit dem bisherigen Namen ein Stück Vertrautheit. „Dobergmuseum“ ist in der Stadt seit Jahrzehnten ein fester Begriff – kurz, unverwechselbar und eng mit der eigenen Heimat verbunden.
Unsere Meinung: Der Name „LWL-Museum für Erdgeschichte“ ist verständlich, klingt aber auch austauschbarer. Deshalb sollte der Doberg in der Außendarstellung weiterhin eine Hauptrolle spielen. Ein Landesmuseum in Bünde ist ein Gewinn – am stärksten bleibt es jedoch, wenn jeder sofort erkennt, wo seine Wurzeln liegen.
Weitere Informationen: lwl.org