Bielefeld nimmt 2025 11,2 Millionen Euro durch Blitzer ein

Bielefeld nahm 2025 rund 11,2 Millionen Euro durch Blitzer ein und belegt bundesweit Platz fünf der Städte Deutschlands.

Bielefeld gehört erneut zu den Städten, in denen Verkehrsverstöße kräftig zu Buche schlagen. Nach einer aktuellen Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein nahm die Stadt im Jahr 2025 rund 11,2 Millionen Euro durch Geschwindigkeits- und Rotlichtverstöße ein. Darin enthalten sind auch Einnahmen aus Kontrollen auf der Autobahn. Unter den 63 Kommunen, die Zahlen geliefert haben, landet Bielefeld damit bundesweit auf Platz fünf – hinter Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Stuttgart.

Die Rangliste ist allerdings keine vollständige Tabelle aller deutschen Städte. Angefragt wurden 126 Pressestellen, nur 63 beteiligten sich. Dennoch zeigt die am 15. Juli 2026 veröffentlichte Erhebung, welche Größenordnung die Verkehrsüberwachung inzwischen erreicht: Zusammen meldeten die teilnehmenden Kommunen mehr als 271 Millionen Euro. 35 Städte überschritten die Millionengrenze. Für Bielefeld ist die Platzierung daher weniger ein Ruhmestitel als ein Hinweis darauf, wie stark die Verkehrsüberwachung finanziell ins Gewicht fällt.

Dass Bielefeld weit vorne liegt, überrascht kaum. Der Blitzer am Bielefelder Berg gehört seit Jahren zu den bekanntesten Anlagen Deutschlands. Allein 2022 brachte die Kontrolle auf der A2 nach damaligen Angaben rund sieben Millionen Euro ein. Insgesamt kassierte die Stadt in jenem Jahr etwa 18,6 Millionen Euro an Buß- und Verwarngeldern. Direkt vergleichbar sind die Zahlen nicht, weil die aktuelle Umfrage nur Tempo- und Rotlichtverstöße erfasst. Sie zeigen aber, welchen Anteil der Autobahnverkehr an den Bielefelder Einnahmen haben kann.

Auch bei der technischen Ausstattung zählt Bielefeld zur Spitzengruppe. Der Anwaltverein nennt 24 stationäre Messanlagen. Nur fünf der teilnehmenden Städte verfügen über mehr feste Anlagen. Die Bielefelder Bußgeldstelle bearbeitet neben Tempo- und Rotlichtverstößen auch Abstands- und Parkverstöße. Die Höhe der Verwarnungs- und Bußgelder richtet sich grundsätzlich nach dem bundesweiten Tatbestandskatalog.

Hohe Einnahmen allein beweisen noch nicht, dass eine Stadt ihre Blitzer als Geldautomaten betrachtet. Wer zu schnell fährt oder bei Rot die Kreuzung passiert, entscheidet selbst über das Risiko und die Rechnung. Trotzdem sollte Bielefeld transparenter darstellen, wo kontrolliert wird, wie sich die Unfallzahlen dort entwickeln und welcher Aufwand den Einnahmen gegenübersteht.

Wer 11,2 Millionen Euro aus Verkehrsverstößen einnimmt, sollte ebenso klar belegen, welchen Beitrag die Kontrollen zur Verkehrssicherheit leisten

Unsere Meinung: Kontrollen an Schulen, gefährlichen Kreuzungen und Unfallschwerpunkten sind richtig und notwendig. Bei 11,2 Millionen Euro reicht aber der allgemeine Hinweis auf Verkehrssicherheit nicht mehr aus. Die Stadt sollte jährlich offenlegen, welchen konkreten Sicherheitsgewinn ihre Anlagen bringen. Das würde Vertrauen schaffen – und den Verdacht entkräften, dass am Ende doch vor allem die Stadtkasse geblitzt wird.