Beauty-Preise: Bielefeld gehört zur deutschen Spitze

Bielefeld zählt zu Deutschlands teuersten Beauty-Städten. Friseur- und Kosmetikpreise liegen hier deutlich über dem Durchschnitt.

Wer in Bielefeld zum Friseur oder ins Kosmetikstudio geht, muss vergleichsweise tief in die Tasche greifen. Eine bundesweite Auswertung zu Beauty-Dienstleistungen zählt die Stadt zu den teuersten Großstädten Deutschlands. Im Durchschnitt wurden für die untersuchten Leistungen in Bielefeld 58,32 Euro fällig. Nur Nürnberg mit 64,37 Euro und München mit 63,88 Euro lagen darüber. Der bundesweite Durchschnitt der untersuchten Städte betrug 51,20 Euro.

Besonders auffällig ist der Preis für einen Damenhaarschnitt. Dafür wurden in Bielefeld durchschnittlich 59 Euro ermittelt. Untersucht wurden neben Damen- und Herrenhaarschnitten auch Maniküre, Pediküre, klassische Gesichtsreinigungen und Anti-Aging-Behandlungen.

Wer in Bielefeld Wert auf gepflegte Haare und Kosmetik legt, zahlt dafür im bundesweiten Vergleich einen hohen Preis.

Allerdings sollte das Ranking nicht mit einer amtlichen Preisstatistik verwechselt werden. Hinter der Untersuchung steht die Dermatologie-Plattform FORMEL SKIN. Die Preise wurden zwischen dem 12. und 20. Februar 2025 vor allem über das Buchungsportal Treatwell erhoben.

Dass Friseur- und Kosmetikbesuche insgesamt teurer geworden sind, ist dagegen ein bundesweiter Trend. Vor allem das Friseurhandwerk arbeitet ausgesprochen personalintensiv. Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks entfallen rund 55 bis 60 Prozent der Gesamtkosten eines Salons auf das Personal. Hinzu kommen höhere Ausgaben für Energie, Produkte und den laufenden Betrieb.

Seit Januar 2026 kommt ein weiterer Kostenfaktor hinzu: Der gesetzliche Mindestlohn ist auf 13,90 Euro pro Stunde gestiegen. Zum Januar 2027 sind 14,60 Euro vorgesehen. Gerade Branchen mit einem hohen Anteil an Arbeitszeit können solche Steigerungen nur begrenzt durch eine höhere Produktivität auffangen.

Die Bielefelder Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass jeder Salon in der Stadt teuer ist. Preise unterscheiden sich je nach Lage, Qualifikation, Zeitaufwand, Ausstattung und verwendeten Produkten erheblich. Ein Vergleich vor der Terminbuchung kann sich deshalb lohnen.

Unsere Meinung: Dass Bielefeld ausgerechnet bei Beauty-Dienstleistungen in einer Liga mit München spielt, überrascht zunächst. Gute handwerkliche Arbeit darf ihren Preis haben – gerade wenn Beschäftigte ordentlich bezahlt werden sollen. Trotzdem sollten Betriebe ihre Preise möglichst transparent erklären. Wer versteht, wofür er bezahlt, akzeptiert auch einen höheren Preis eher. Für die Kundschaft in Bielefeld bleibt dennoch die erfreuliche Erkenntnis aus: Schönheit ist hier offenbar kein besonders günstiges Vergnügen.

Weitere Informationen: formelskin.de