Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Die Asiatische Hornisse breitet sich in Ostwestfalen aus: Wie Bürger Nester erkennen, melden und Imker jetzt unterstützen können.

In den Gärten, an Schuppen und rund um Bienenstände lohnt sich in diesen Wochen ein genauerer Blick. Die Asiatische Hornisse breitet sich in Nordrhein-Westfalen weiter aus – und ist längst nicht mehr nur ein Thema für Fachleute am Rhein oder im Ruhrgebiet. Auch in Ostwestfalen-Lippe wächst die Aufmerksamkeit, weil jedes früh entdeckte Nest hilft, die Ausbreitung der invasiven Art zu bremsen.
Für Spaziergänger und Gartenbesitzer ist die Hornisse nicht automatisch ein Grund zur Panik. Ein einzelnes Tier greift Menschen in der Regel nicht an. Gefährlich kann es jedoch werden, wenn ein Nest gestört wird. Dann verteidigen die Tiere ihren Staat. Wer allergisch auf Insektenstiche reagiert, sollte ohnehin vorsichtig sein. Für alle anderen gilt: Abstand halten, Foto machen, Fundort notieren und melden.
Erkennen lässt sich die Asiatische Hornisse an ihrem dunklen Körper, der fast schwarzen Brust und den auffällig gelben Beinenden. Sie ist etwas kleiner als die heimische Europäische Hornisse, wirkt im Flug aber markant, weil sie häufig vor Bienenstöcken lauert. Genau dort bereitet sie Imkerinnen und Imkern Sorgen: Honigbienen und andere Insekten gehören zu ihrer Beute. Für ohnehin belastete Bienenvölker kann zusätzlicher Jagddruck zum Problem werden.
Besonders wichtig ist die Früherkennung der aisatischen Hornisse im Frühjahr und Frühsommer. Dann bauen Jungköniginnen erste, noch kleinere Primärnester, oft geschützt in Hecken, Gebüschen, Schuppen oder unter Dachvorsprüngen. Später entstehen große Sekundärnester, die hoch in Bäumen hängen können und von Laien kaum sicher zu entfernen sind. Fachleute warnen deshalb ausdrücklich davor, selbst zur Leiter, zum Spray oder zu improvisierten Fallen zu greifen. Dabei können heimische und geschützte Insekten getötet werden – und im schlimmsten Fall wird das Nest erst recht aufgeschreckt.
Das Land Nordrhein-Westfalen setzt inzwischen stärker auf geschulte Kräfte. Imkerinnen und Imker können unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse für die fachgerechte Entfernung von Nestern und für Schutz- oder Spezialausrüstung erhalten. Zugleich bleibt die Mithilfe der Bevölkerung entscheidend: Sichtungen sollten mit Foto über das Neobiota-Meldeportal des Landes oder bei der zuständigen Naturschutzbehörde gemeldet werden.
Für Ostwestfalen heißt das: aufmerksam bleiben, aber besonnen handeln. Wer die Asiatische Hornisse entdeckt, muss nicht heldenhaft eingreifen. Die beste Hilfe ist eine gute Meldung – mit Bild, genauer Ortsangabe und genügend Abstand zum Nest.
Weitere Informationen: Neobiota