Arminia 2026 im Umbruch: Neuer Trainer, viele Fragezeichen

Arminia Bielefeld startet mit neuem Trainer Oliver Kirch in die Saison 2026 – Kader und Kapitänsfrage noch völlig offen.

An der Friedrich-Hagemann-Straße hat die Arbeit wieder begonnen. Rund 150 Fans begrüßten den DSC Arminia Bielefeld am Wochenende beim Trainingsauftakt zur Vorbereitung auf die neue Zweitligasaison – und schauten dabei einem Mann ganz besonders genau auf die Finger: Oliver Kirch, 40 Jahre alt, gebürtiger Soester und ab sofort Cheftrainer der Arminen.

Zwei Wochen nach der Trennung von Mitch Kniat hatte Arminia Bielefeld in Kirch seinen neuen Cheftrainer gefunden. Der Neue ist kein Unbekannter am Teutoburger Wald. 77 Pflichtspiele absolvierte Kirch zwischen 2007 und 2010 selbst im schwarz-weiß-blauen Trikot. Als Trainer war er zuletzt bei Borussia Mönchengladbach tätig, wo er die zweite Mannschaft in der Regionalliga West betreute. Zweitligaerfahrung als Trainer fehlt Kirch noch – Arminia wäre sogar seine erste Station als Coach im Profifußball.

Vorgänger Kniat hinterlässt ein schwieriges Erbe. Immerhin hatte er mit dem Klub den Aufstieg in die 2. Bundesliga, den historischen Einzug ins DFB-Pokalfinale und schließlich den Klassenerhalt geschafft. Kirch tritt dieses Erbe an – mit einem Kader, der noch längst nicht fertig zusammengestellt ist.

Der bisher einzige externe Neuzugang ist Henri Koudossou, der 26-jährige Rechtsverteidiger, der vom FC Augsburg kommt. In Bielefeld unterschreibt er einen langfristigen Vertrag. Nach kicker-Informationen zahlt Bielefeld eine Ablöse in Höhe von 500.000 Euro. Koudossou soll eine strukturelle Lücke auf der rechten Defensivseite schließen – ein Posten, der in der vergangenen Saison verlegenheitshalber auch mit offensiveren Kräften besetzt wurde.

Intern hat der Verein bereits gehandelt: Innenverteidiger Maximilian Bauer wurde per Kaufpflicht aus dem Leihgeschäft mit dem FC Augsburg übernommen, Linksverteidiger Arne Sicker erhielt ein längeres Arbeitspapier, und der bisher aus Hannover ausgeliehene Jannik Rochelt wurde ebenfalls fest unter Vertrag genommen.

Auf der Abgangsseite gibt es Bewegung, aber auch noch offene Baustellen. Den Verein verlassen haben Noah Sarenren Bazee (Mannheim) und der langjährige Kapitän Mael Corboz (Grenoble). Noch nicht entschieden ist, wie es mit Semir Telalovic und Robin Knoche weitergeht.

Und dann ist da noch die Kapitänsfrage. Mit Corboz fehlt dem DSC eine echte Führungspersönlichkeit mit Strahlkraft. Wer die Binde zukünftig trägt, ist offen – auch das eine Aufgabe, die Oliver Kirch in den ersten Trainingswochen wird angehen müssen.

Im Kader der Bielefelder Arminia sind weitere Abgänge denkbar. Leon Schneider und Isaiah Young spielten in der Rückrunde keine Rolle mehr, Marvin Mehlem konnte die in ihn gesetzten Erwartungen nie erfüllen, und Jeredy Hilterman galt schon seit Saisonbeginn als aussortiert.

Kirch hat also einige Hausaufgaben vor sich – sportlich wie personell. Die Fans an der Friedrich-Hagemann-Straße schauen gespannt zu. Auch wenn der erste Trainingstag noch keinen Aufschluss über die tatsächliche Qualität des Kaders gab, war eines spürbar: Der Verein will einen Neustart. Was daraus wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen auf dem Transfermarkt – und im Herbst auf dem Rasen.