Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
Rietberger Möbelwerke (RMW) in Rietberg: Systemmöbel, Produktion, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Arbeitgeber und Ausbildung im Überblick.

Eine Wohnwand muss heute mehr können, als Fernseher, Bücher und Geschirr aufzunehmen. Sie soll sich an den vorhandenen Raum anpassen, Kabel verbergen, Technik integrieren und zugleich zur übrigen Einrichtung passen. Ähnliche Anforderungen gelten für Garderoben, Arbeitszimmer, Bibliotheken und Schlafzimmer.
Die Rietberger Möbelwerke entwickeln und produzieren individuell planbare Systemmöbel für nahezu alle Wohnbereiche. Das 2003 gegründete Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 500 Menschen. Gefertigt wird auf insgesamt über 43.000 Quadratmetern Produktionsfläche an drei deutschen Werksstandorten in Rietberg und Oelde-Stromberg.
Unternehmen: RMW Wohnmöbel GmbH & Co. KG
Markenname: Rietberger Möbelwerke, kurz RMW
Hauptsitz: Rietberg im Kreis Gütersloh
Adresse: Karl-Schiller-Straße 5, 33397 Rietberg
Branche: Wohnmöbel und individuell planbare Systemmöbel
Gründung: 2003
Geschäftsführer: Rudolf Eikenkötter
Beschäftigte: mehr als 500
Produktionsfläche: über 43.000 Quadratmeter
Produktionsstandorte: drei Werke in Rietberg und Oelde-Stromberg
Produkte: Möbel für Wohnzimmer, Esszimmer, Schlafzimmer, Büro, Garderobe, Ankleide und Bibliothek
Ausstellung: rund 2.700 Quadratmeter am Unternehmenssitz
Webseite: rmw-wohnmoebel.de
Die RMW Wohnmöbel GmbH & Co. KG wird durch Geschäftsführer Rudolf Eikenkötter vertreten. Das Unternehmen beschreibt sich als familiengeführt und auf Möbelprogramme „Made in Germany“ spezialisiert.
Im Vergleich zu vielen traditionsreichen Möbelunternehmen aus Ostwestfalen sind die Rietberger Möbelwerke noch relativ jung. Der Betrieb wurde 2003 gegründet und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem der größeren Arbeitgeber der regionalen Möbelindustrie.
Wie schnell das Wachstum verlief, zeigt eine Veröffentlichung der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Demnach stieg die Beschäftigtenzahl in den ersten 14 Jahren von etwa 60 auf rund 500. Das Werk an der Karl-Schiller-Straße wurde 2011 neu geplant und errichtet.
Heute arbeiten mehr als 500 Beschäftigte in Produktion, Entwicklung, Logistik, Verwaltung und Vertrieb. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Marktführer im Bereich individuell planbarer Systemmöbel.

Das Sortiment ist nicht auf einen einzelnen Raum beschränkt. Die Programme können für unterschiedliche Wohn- und Arbeitsbereiche verwendet und miteinander kombiniert werden.
Dazu gehören:
Nach Unternehmensangaben fertigt der Hersteller ab Stückzahl eins. Ein Möbel wird daher nicht lediglich aus einem festen Katalog ausgewählt, sondern innerhalb des jeweiligen Programms an Raum, Nutzung und Gestaltungsvorstellungen angepasst.
Systemmöbel bestehen aus aufeinander abgestimmten Bauteilen, Abmessungen und Oberflächen. Schränke, Regale, Türen, Schubladen, Paneele und offene Elemente lassen sich unterschiedlich miteinander kombinieren.
Dadurch können beispielsweise folgende Einrichtungen entstehen:
Im Unterschied zu einer vollständig handgefertigten Einzelanfertigung greifen Systemmöbel auf wiederkehrende Konstruktionen und Bauteile zurück. Dennoch lassen sie sich wesentlich genauer auf den Raum abstimmen als Möbel mit nur wenigen festgelegten Größen.
Der Hersteller gibt an, individuelle Anpassungen und Sonderanfertigungen anzubieten. Außerdem können einzelne Komponenten je nach Programm und Alter des Möbels später ausgetauscht oder ergänzt werden.
Die Möbelprogramme unterscheiden sich nicht nur durch ihre Abmessungen. Kunden können auch aus unterschiedlichen Holzarten, Furnieren, Lackfarben, Griffen und Gestaltungsdetails wählen.
Nach aktueller Unternehmensangabe stehen dem Fachhandel 24 Lackfarben und acht Holzarten zur Verfügung. Die Programme decken mehrere Einrichtungsstile ab – von eher klassisch und wohnlich bis zu geradlinigen, grifflosen und puristischen Lösungen.
Zu den aktuellen Modellreihen gehören unter anderem:
Einzelne Programme können für mehrere Räume genutzt werden. Deviso wird beispielsweise für Wohnen, Schlafen, Garderobe und Büro angeboten. Dadurch lassen sich verschiedene Bereiche eines Hauses mit einer durchgängigen Gestaltung einrichten.

Die Planung erfolgt in der Regel über ein Einrichtungshaus oder einen autorisierten Fachhändler. Dort werden Raummaße, gewünschte Funktionen, Materialien und Farben erfasst.
Mit einer 3D-Planungssoftware können Einrichtungsberater anschließend darstellen, wie sich Schränke, Regale und weitere Elemente im Raum anordnen lassen. Komplexe Planungen werden bei Bedarf durch den Verkaufsservice des Herstellers unterstützt.
Für eine möglichst genaue Planung sollten Kunden unter anderem folgende Angaben bereithalten:
Gerade bei raumhohen Schränken, Bibliotheken oder Medienmöbeln können wenige Zentimeter darüber entscheiden, ob die Einrichtung später genau passt.
Die Fertigung ist auf drei Werke verteilt. Das Massivholzwerk sowie Endmontage und Logistik befinden sich in Rietberg. Die Bearbeitung von Lack- und Furnieroberflächen erfolgt in Oelde-Stromberg. Insgesamt stehen mehr als 43.000 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung.
Zu den Produktionsschritten gehören unter anderem:
Die Möbel werden auftragsbezogen gefertigt. Dadurch kann jede Kommission andere Maße, Materialien, Farben und Ausstattungen besitzen.
Das Unternehmen bezeichnet seine Produktion als eine der fortschrittlicheren Fertigungsstätten für komplexe Systemmöbel in Europa. Jede Einrichtung wird in Deutschland produziert.
Produktentwicklung und Konstruktion befinden sich innerhalb des Unternehmens. Dort entstehen neue Möbelprogramme, Funktionen, Oberflächen und Gestaltungslösungen.
RMW verweist dabei auf eigene geschützte Designs, Geschmacksmuster und technische Entwicklungen. Zu den jüngeren Lösungen gehören unter anderem die Systeme Comfort Close und Deepline. Sie wurden bei Fachmessen und Hausausstellungen Händlern, Tischlern, Ladenbauern und Objekteinrichtern vorgestellt.
Mit der Vertriebsschiene Archiline spricht der Hersteller zusätzlich neue gewerbliche Zielgruppen an. Dazu gehören insbesondere Tischlereien, Küchenstudios, Ladenbauer und Objekteinrichter, die Systemmöbel in eigene Planungen integrieren möchten.
Reguläre Möbel werden über Einrichtungshäuser und Fachhandelspartner verkauft. Voraussetzung für eine Handelspartnerschaft ist nach Unternehmensangaben, dass Produkte der Marke in der jeweiligen Ausstellung präsentiert werden.
Der Fachhandel übernimmt insbesondere:
Bei individuell geplanten Systemmöbeln ist die Montage ein wichtiger Bestandteil. Deshalb betreibt das Unternehmen in Rietberg eine eigene Montageakademie. Dort werden jährlich mehr als 200 Monteure im Aufbau und in der sicheren Montage der Möbel geschult.
Am Hauptsitz befindet sich eine rund 2.700 Quadratmeter große Ausstellung. Gezeigt werden Einrichtungsvorschläge für Wohn-, Ess-, Arbeits-, Schlaf- und Ankleidezimmer sowie Garderoben und Bibliotheken.
Die Ausstellung ist grundsätzlich für Fachhandelspartner und Schulungen eingerichtet. Jedes Jahr nehmen dort mehrere Hundert Verkäufer und Einrichtungsberater an Seminaren teil. Sie lernen die Möbelprogramme kennen und üben die Planung mit der verwendeten 3D-Software.
Reguläre öffentliche Öffnungszeiten werden nicht veröffentlicht. Die Ausstellung richtet sich in erster Linie an Fachhändler und Geschäftskunden.
Gelegentlich veranstaltet der Hersteller jedoch öffentliche Aktionstage. Im September 2024 konnten Privatpersonen beispielsweise bei einem Tag der offenen Tür die Ausstellung und aktuelle Möbelprogramme kennenlernen. Ein Verkauf fand dort nicht statt; stattdessen wurden Bezugsadressen des Fachhandels vermittelt.
Interessierte sollten deshalb vor einer Anfahrt direkt beim Unternehmen erfragen, ob aktuell ein öffentlicher Besuch möglich ist. Ein dauerhaft geöffneter Werksverkauf wird auf der Unternehmensseite nicht ausgewiesen.
Die Ausstellung ist außerdem Teil der Möbelmeile. Bei dieser regionalen Hausmesse öffnen mehrere ostwestfälische Hersteller ihre Showrooms für Fachbesucher aus dem In- und Ausland.
RMW nutzt die Veranstaltung, um neue Programme, Farben, Funktionen und Weiterentwicklungen vorzustellen. Die reguläre Herbstveranstaltung wird durch einzelne Frühjahrstermine ergänzt.
Die Möbelmeile zeigt, wie eng die Hersteller in Rietberg, Rheda-Wiedenbrück und den umliegenden Städten mit dem Fachhandel und der internationalen Möbelbranche verbunden sind.
Die Möbel tragen verschiedene Güte- und Qualitätskennzeichnungen. Dazu gehören nach Unternehmensangaben das „Goldene M“, das Herkunftslabel „Möbel Made in Germany“ sowie eine Emissionsprüfung nach RAL-GZ 437.
Bei der Nachhaltigkeit legt der Hersteller besonderen Wert auf die lange Nutzbarkeit seiner Produkte. Einzelne Komponenten sollen auch nach Jahren ausgetauscht oder ergänzt werden können. Verwendete Holzwerkstoffe enthalten teilweise recycelte Materialien; die eingesetzten Lacke sind nach Unternehmensangaben lösemittelfrei und wasserbasiert.
Auch die modulare Bauweise kann die Nutzungsdauer verlängern. Wenn sich ein Raum oder die persönliche Lebenssituation verändert, lassen sich einzelne Möbelprogramme je nach Ausführung erweitern oder neu zusammenstellen.
Auf der Unternehmenswebsite stehen Kataloge, Pflegeinformationen und Unterlagen für verschiedene Möbelprogramme bereit. Eine Pflegefibel erklärt unter anderem den Umgang mit Holz, Lack, Glas, Leder und Hochglanzoberflächen.
Bei einem Problem mit einem Möbelstück ist grundsätzlich der Händler der erste Ansprechpartner. Er übernimmt die Prüfung und die weitere Abwicklung mit dem Hersteller. Für die Produkte gilt die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren.
Für sicherheitsrelevante Produktprobleme stellt das Unternehmen außerdem ein eigenes Meldeformular bereit. Dabei werden Modell, Auftragsnummer und eine Beschreibung des Problems abgefragt.
Mehr als 500 Menschen arbeiten an den Standorten des Unternehmens. Die Arbeitsplätze reichen von handwerklicher Möbelfertigung bis zu Planung, Logistik und kaufmännischer Verwaltung.
Zu den Berufsfeldern gehören unter anderem:
Aktuell werden unter anderem Produktionsmitarbeiter, Tischler, Holzmechaniker, Maschinenführer, Lackierer, Mitarbeiter der Qualitätssicherung und Lkw-Fahrer gesucht. Die Stellen verteilen sich auf Rietberg und Oelde-Stromberg.
Als Arbeitgeberleistungen nennt das Unternehmen unter anderem betriebliche Altersvorsorge, Jobrad, Mitarbeiterrabatte, Prämiensysteme und innerbetriebliche Entwicklungsmöglichkeiten.
Der Hersteller bietet kaufmännische und handwerklich-technische Ausbildungswege an. Nach aktueller Unternehmensdarstellung arbeiten derzeit 16 Auszubildende im Betrieb.
Zu den angebotenen Ausbildungsberufen gehören:
Tischler und Holzmechaniker lernen den Umgang mit unterschiedlichen Holzarten und Werkstoffen, technischen Zeichnungen sowie modernen Bearbeitungs- und CNC-Maschinen. Ergänzende Kurse finden im Tischler-Bildungszentrum und am Reckenberg-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück statt.
Industriekaufleute durchlaufen Bereiche wie Einkauf, Vertrieb, Marketing, Personal, Rechnungswesen und Logistik. Der schulische Teil wird am Ems-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück absolviert.
Die Rietberger Möbelwerke zeigen, dass in Ostwestfalen nicht nur traditionsreiche Betriebe mit einer hundertjährigen Geschichte erfolgreich sein können. Innerhalb von rund zwei Jahrzehnten entstand in Rietberg ein großer Hersteller mit mehr als 500 Beschäftigten und drei deutschen Produktionswerken.
Das Unternehmen verbindet mehrere typische Kompetenzen der regionalen Möbelwirtschaft:
Der Standort profitiert dabei von der Nähe zu zahlreichen Möbelherstellern, Zulieferern, Fachhändlern und Ausbildungseinrichtungen. Das Unternehmen selbst verweist auf die enge Zusammenarbeit mit Betrieben und Gemeinden rund um Rietberg und Oelde.
Mit seinen individuell konfigurierbaren Programmen steht RMW innerhalb des ostwestfälischen Möbelclusters besonders für den Bereich der industriell gefertigten System- und Wohnmöbel.
RMW Wohnmöbel GmbH & Co. KG
Karl-Schiller-Straße 5
33397 Rietberg
Telefon: 05244 9805-0
E-Mail: info@rmw-wohnmoebel.de
Webseite: rmw-wohnmoebel.de
Über die Unternehmenswebsite können Interessierte aktuelle Modellreihen und Kataloge ansehen, Kontakt aufnehmen oder sich über Stellenangebote und Ausbildungsplätze informieren.
Das Unternehmen fertigt individuell planbare Systemmöbel für Wohnzimmer, Esszimmer, Schlafzimmer, Büro, Garderobe, Ankleide und Bibliothek.
Produziert wird in drei deutschen Werken. Massivholzverarbeitung, Endmontage und Logistik befinden sich in Rietberg. Lack- und Furnieroberflächen werden in Oelde-Stromberg bearbeitet.
Ja. Die Möbel werden auftragsbezogen gefertigt und können innerhalb der Programme individuell angepasst werden. Auch Sonderanfertigungen werden angeboten.
Reguläre Möbel werden über den Möbelfachhandel verkauft. Beratung, Planung, Lieferung und Montage übernimmt der jeweilige Handelspartner.
Ein regelmäßig geöffneter Werksverkauf wird nicht ausgewiesen. Der Verkauf erfolgt grundsätzlich über autorisierte Einrichtungshäuser und Fachhändler.
Die 2.700 Quadratmeter große Ausstellung richtet sich normalerweise an den Fachhandel. Gelegentlich gibt es öffentliche Aktionstage. Vor einem Besuch sollte deshalb direkt beim Unternehmen nachgefragt werden.
Nach aktueller Unternehmensangabe beschäftigt der Hersteller mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Zum Ausbildungsangebot gehören Tischler, Holzmechaniker und Industriekaufleute.
Geschäftsführer der RMW Wohnmöbel GmbH & Co. KG ist Rudolf Eikenkötter.
Das Unternehmen wurde 2003 gegründet.
Quellen: Unternehmens-, Produktions-, Karriere-, Ausbildungs-, Service- und Ausstellungsseiten der RMW Wohnmöbel GmbH & Co. KG sowie Veröffentlichungen der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Angaben zuletzt geprüft am 22. Juli 2026.