Strohmanufaktur in Dörentrup: Design aus echtem Stroh

Die Strohmanufaktur in Dörentrup verbindet eine seltene Intarsientechnik mit modernen Möbeln, Wandflächen und individuellen Designobjekten.

Die Strohmanufaktur in Dörentrup gestaltet Möbel, Wandflächen und besondere Objekte mit Strohmarketerie. Bei dieser seltenen Intarsientechnik werden einzelne Halme sorgfältig vorbereitet und von Hand zu Mustern und glänzenden Oberflächen verarbeitet.

Seit der Eröffnung der Manufaktur im Jahr 2017 überträgt Simône Schwarz das traditionelle Handwerk auf moderne Möbel und Räume. Die Werkstatt arbeitet für private Auftraggeber ebenso wie für Möbelhersteller, Innenarchitekten und internationale Designprojekte.

Die Strohmanufaktur auf einen Blick

Unternehmen: Strohmanufaktur
Inhaberin: Simône Schwarz
Standort: Dörentrup bei Lemgo
Adresse: Riedeweg 2, 32694 Dörentrup
Gegründet: 2017
Bereich: Strohmarketerie, Möbel- und Oberflächengestaltung
Produkte: Möbel, Wandverkleidungen, Paneele und Designobjekte
Telefon: 05265 9558684
E-Mail: info@strohmanufaktur.de
Webseite: strohmanufaktur.de
Besuche: nach vorheriger Terminvereinbarung

Da die Ausstellung wegen auswärtiger Projekte nicht durchgehend besetzt ist, sollten Besucher vorab einen Termin vereinbaren.

Was ist Strohmarketerie?

Strohmarketerie ist eine Intarsientechnik, bei der Stroh ähnlich wie ein Furnier auf Möbel, Flächen oder Objekte aufgebracht wird. Die Halme werden geöffnet, geglättet und einzeln zu geometrischen oder freien Mustern zusammengesetzt.

Die Technik erlebte in Europa bereits im 17. Jahrhundert eine erste Blüte. Später wurde sie insbesondere im französischen Möbeldesign des frühen 20. Jahrhunderts wieder aufgegriffen. In Deutschland war das Wissen über die Verarbeitung lange Zeit nahezu verschwunden.

Die Dörentruper Werkstatt gehört nach eigener Darstellung zu den wenigen Manufakturen in Deutschland, die heute wieder Möbel und Objekte mit dieser Technik herstellen.

Logo der Strohmanufaktur Simône Schwarz
Logo der Strohmanufaktur Simône Schwarz @ strohmanufaktur.de

Handarbeit in der Werkstatt in Dörentrup

Die Strohoberflächen entstehen in sorgfältiger Handarbeit. Halm für Halm werden die einzelnen Elemente ausgerichtet und zu einem Gesamtbild verbunden. Durch die natürliche Struktur des Materials und die manuelle Verarbeitung lässt sich ein fertiges Muster nicht vollkommen identisch wiederholen.

Die Werkstatt aus Ostwestfalen verbindet die historische Technik mit zeitgemäßen Farben, Formen und Einrichtungskonzepten. Dafür arbeitet sie sowohl an eigenen Entwürfen als auch gemeinsam mit Möbelmarken, Architekten, Innenarchitekten und Tischlereien.

Auch individuelle Einzelprojekte sind möglich. Muster, Farben und Flächen werden dabei auf das jeweilige Möbelstück oder den vorgesehenen Raum abgestimmt.

Möbel und Objekte mit besonderer Oberfläche

Zu den Arbeiten der Manufaktur gehören Möbelstücke und Einrichtungsobjekte, bei denen Stroh nicht nur als dekoratives Detail eingesetzt wird. Seine Struktur, Farbe und Lichtwirkung bestimmen einen wesentlichen Teil der Gestaltung.

Mögliche Anwendungen sind:

  • Tische und Beistelltische
  • Schränke und Kommoden
  • Türen und Möbelfronten
  • Wandobjekte
  • Paneele und Wandverkleidungen
  • Raumteiler und Stellwände
  • besondere Designobjekte
  • individuell entwickelte Oberflächen

Je nach Lichteinfall verändert sich die Wirkung des Materials. Die natürliche Oberfläche kann glänzend, ruhig oder beinahe metallisch erscheinen, obwohl sie aus einem pflanzlichen Rohstoff besteht.

Die Manufaktur fertigt sowohl vollständige Möbel als auch Oberflächen und Elemente, die in Projekte anderer Hersteller oder Gestalter integriert werden.

Strohmanufaktur in Dörentrup Roggenhalme
Strohmanufaktur in Dörentrup Roggenhalme @ strohmanufaktur.de

Roggenstroh als Gestaltungsmaterial

Für die Strohmarketerie wird nicht gewöhnliches, maschinell geknicktes Stroh verwendet. Benötigt werden lange und möglichst unbeschädigte Roggenhalme. Nach Angaben der Manufaktur werden diese beim Lieferanten überwiegend von Hand geerntet, sorgfältig geschnitten, aufgestellt und anschließend gefärbt.

Der Rohstoff ist schnell nachwachsend und besitzt von Natur aus einen besonderen Glanz. Beim Öffnen und Glätten der Halme wird die Oberfläche sichtbar, die später das Licht reflektiert.

Trotz seines feinen Erscheinungsbildes kann das Material langlebig sein. Historische Möbel mit Strohmarketerien sind noch heute in Sammlungen und Museen erhalten. Voraussetzung ist eine angemessene Verarbeitung und Pflege.

Farben und Muster nach Kundenwunsch

Stroh muss nicht ausschließlich in seinem natürlichen Goldton verarbeitet werden. Die Halme können gefärbt und auf ein bestimmtes Einrichtungskonzept abgestimmt werden.

Dadurch entstehen beispielsweise ruhige Flächen in Naturtönen, kräftige farbige Muster oder geometrische Kompositionen. Die Anordnung der Halme beeinflusst zusätzlich, wie das Licht auf der Oberfläche gebrochen wird.

Bei individuellen Projekten werden Farben, Muster, Abmessungen und der spätere Einsatzbereich abgestimmt. So kann die Strohmarketerie sowohl ein kleines Möbelstück hervorheben als auch eine größere Wandfläche prägen.

Zusammenarbeit mit Möbel- und Designunternehmen

Die Strohmanufaktur arbeitet nicht nur für private Kunden. Ihre Oberflächen wurden auch in Projekte bekannter Möbelhersteller und Designer integriert.

Zu den öffentlich gezeigten Kooperationen gehören unter anderem Arbeiten für die Bielefelder Werkstätten. Strohmarketerien aus Dörentrup wurden außerdem auf internationalen Möbel- und Designveranstaltungen wie der Salone del Mobile in Mailand präsentiert.

2022 erhielt die Werkstatt den Materialpreis in der Kategorie Design. Die Projekte zeigen, dass die alte Technik nicht nur für historische Möbel geeignet ist, sondern auch im modernen Interior Design eingesetzt werden kann.

Eine seltene Manufaktur aus Ostwestfalen

Dörentrup liegt im Kreis Lippe und damit in einer Region mit einer langen Möbel- und Handwerkstradition. Die Strohmanufaktur ergänzt diese Unternehmenslandschaft um eine ungewöhnliche Spezialisierung.

Statt Möbel in größeren Serien herzustellen, konzentriert sich die Werkstatt auf handgearbeitete Oberflächen, Einzelstücke und Kooperationen mit Gestaltern. Damit steht sie beispielhaft für kleine Manufakturen, die traditionelles Wissen bewahren und gleichzeitig neue Anwendungen entwickeln.

Häufige Fragen zur Strohmanufaktur

Was stellt die Strohmanufaktur her?

Die Werkstatt gestaltet Möbel, Objekte, Paneele und Wandverkleidungen mit handgefertigter Strohmarketerie.

Wo befindet sich die Manufaktur?

Das Atelier befindet sich im Riedeweg 2 in Dörentrup bei Lemgo im Kreis Lippe.

Kann man die Werkstatt besuchen?

Besuche und persönliche Gespräche sind nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Die Ausstellung ist nicht ständig besetzt.

Ist jedes Objekt ein Einzelstück?

Durch die natürliche Struktur der Halme und die manuelle Verarbeitung unterscheiden sich die Oberflächen in ihren Details. Auch bei ähnlichen Mustern entstehen dadurch individuelle Werkstücke.