Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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nobilia in Verl: Küchen, Produktion, Ausstellung, Nachhaltigkeit, Arbeitgeber, Ausbildung und Bedeutung für Ostwestfalen im Überblick.

Eine Einbauküche besteht aus weit mehr als Schränken und Arbeitsplatten. Planung, Stauraum, Elektrogeräte, Beleuchtung, Ergonomie und Montage müssen so aufeinander abgestimmt werden, dass aus zahlreichen Einzelteilen ein funktionierender Raum entsteht. Einer der größten Hersteller solcher Küchen hat seinen Hauptsitz im ostwestfälischen Verl.
nobilia produziert individuell geplante Einbauküchen in industriellem Maßstab. Darüber hinaus gehören inzwischen Möbel für Badezimmer, Wohnzimmer, Essbereiche, Hauswirtschaftsräume und das Homeoffice zum Sortiment. Das Familienunternehmen beschäftigt nach seiner aktuellen Faktenübersicht 4.523 Menschen und beliefert Handelskunden in rund 90 Ländern.
Unternehmen: nobilia-Werke J. Stickling GmbH & Co. KG
Hauptsitz: Verl im Kreis Gütersloh
Adresse: Waldstraße 53–57, 33415 Verl
Branche: Küchenmöbel, Badmöbel und Wohnmöbel
Gründung: 1945
Gründer: Johann und Willy Stickling
Eigentümerstruktur: ostwestfälisches Familienunternehmen
Geschäftsführung: Dr. Lars M. Bopf als Vorsitzender, Frank Kramer und Christopher Stenzel
Beschäftigte: 4.523
Umsatz: 1,659 Milliarden Euro
Exportquote: 54 Prozent
Handelskunden: in rund 90 Ländern
Produktionsfläche: insgesamt 434.000 Quadratmeter
Produkte: Einbauküchen, Bad- und Wohnmöbel, Schränke, Arbeitsplatten, Innenausstattungen und ergänzende Einrichtungslösungen
Webseite: nobilia.de
Das Unternehmen bezeichnet sich als Europas größten Küchenhersteller. Die aktuellen Unternehmensangaben nennen drei Produktionsstätten in Deutschland. Auf der öffentlich zugänglichen Faktenseite werden außerdem jährlich rund 8,5 Millionen gefertigte Schränke ausgewiesen; diese Produktionsangabe bezieht sich auf das Jahr 2022.
Die Unternehmensgeschichte begann 1945 in Avenwedde, das heute zu Gütersloh gehört. Die Brüder Johann und Willy Stickling gründeten dort eine Schreinerei. In einer angemieteten Halle stellten sie zunächst Nähschränke und andere Kleinmöbel her. Bereits im ersten Jahr beschäftigte der Betrieb sieben Menschen.
Im Jahr 1967 spezialisierte sich das Unternehmen auf Einbauküchen und erhielt den Namen nobilia-Werke J. Stickling. Zum 25-jährigen Bestehen entstand 1970 auf einem rund 51.000 Quadratmeter großen Grundstück das heutige Werk I in Verl-Sürenheide. Gleichzeitig übernahmen Heinz und Werner Stickling die Führungsverantwortung.
Die erste eigene Hausmesse fand 1973 statt. Damals wurden die Küchen auf rund 2.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche Fachhändlern präsentiert. 1985 wurde die bisherige Produktion in Avenwedde geschlossen und vollständig nach Verl-Sürenheide verlagert.
Mit steigender Nachfrage wuchsen die Produktionsflächen weiter. Im Jahr 2006 nahm das Werk II in Verl-Kaunitz den Betrieb auf. 2021 kamen neue Produktionskapazitäten in Gütersloh und Saarlouis hinzu. Seit 2022 verbindet eine unternehmenseigene Brücke über die Autobahn A2 die Standorte in Verl-Sürenheide und Gütersloh miteinander.

Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf individuell geplanten Einbauküchen. Kunden können zwischen verschiedenen Grundrissen, Fronten, Farben, Arbeitsplatten, Griffen, Schranktypen und Innenausstattungen wählen.
Zum Angebot gehören unter anderem:
Der Hersteller bietet für die Kollektion 2026 zahlreiche Küchenplanungen in unterschiedlichen Stilrichtungen, Formen, Farben und Oberflächen an. Die Programme reichen von matten und hochglänzenden Fronten über Holz- und Steinoptiken bis zu besonders pflegeleichten Anti-Fingerprint-Oberflächen.

Seit 2018 erweitert das Unternehmen sein Angebot schrittweise über die Einbauküche hinaus. In diesem Jahr wurden erstmals eigene Badmöbel und ganzheitliche Wohnkonzepte vorgestellt.
Heute können zahlreiche Fronten, Korpusfarben und Gestaltungselemente sowohl in der Küche als auch in angrenzenden Wohnbereichen eingesetzt werden. Dadurch lassen sich offene Küchen, Esszimmer und Wohnzimmer optisch miteinander verbinden.
Zum Wohnsortiment gehören beispielsweise:
Die Möbel für Küche, Bad und Wohnen werden über den qualifizierten Möbel- und Küchenfachhandel verkauft.
Neben den individuell geplanten Programmen gibt es die Produktlinie nobilia elements. Sie besteht aus modularen Möbeln für Küche, Bad und Wohnen, die in festgelegten Größen und Ausführungen angeboten werden.
Das Konzept richtet sich vor allem an Kunden, die eine vergleichsweise schnell verfügbare Lösung benötigen. Dazu können einzelne Küchenschränke, vorgeplante Küchenzeilen, Badmöbel oder Wohnkombinationen gehören. Die Auswahl ist weniger individuell als bei einer vollständig geplanten Küche, dafür lassen sich die Module unkomplizierter zusammenstellen.
Auch die elements-Produkte werden nicht direkt im Werk verkauft. Der Bezug erfolgt über angeschlossene Händler und Vertriebspartner.
Eine reguläre Küche kann nicht unmittelbar beim Hersteller bestellt werden. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über Küchenstudios, Möbelhäuser und weitere qualifizierte Fachhändler.
Der Handel übernimmt insbesondere:
Auf der Herstellerseite steht eine Händlersuche zur Verfügung. Darüber können Verbraucher Küchenstudios und Möbelhändler in ihrer Umgebung finden.
Da nicht jedes Studio sämtliche Fronten und Küchenprogramme ausgestellt hat, empfiehlt sich vor dem Besuch eine Nachfrage nach dem gewünschten Modell oder Material.
Obwohl die Küchen in großen Stückzahlen entstehen, werden sie auftragsbezogen zusammengestellt. Maße, Schranktypen, Fronten, Arbeitsplatten und Innenausstattungen unterscheiden sich je nach Planung.
Nach den veröffentlichten Produktionszahlen wurden im Jahr 2022 rund 855.000 Küchen beziehungsweise etwa 3.900 Küchen pro Arbeitstag gefertigt. Alle wurden in Deutschland produziert.
Zur Herstellung gehören unter anderem:
Auf der aktuellen Faktenseite weist der Hersteller insgesamt 434.000 Quadratmeter Produktionsfläche aus.
Eine Küche besteht aus zahlreichen Schränken, Fronten, Arbeitsplatten, Zubehörteilen und Elektrogeräten. Diese Komponenten müssen vollständig und in der richtigen Reihenfolge beim jeweiligen Händler oder Montagebetrieb ankommen.
nobilia verfügt deshalb über eine eigene Logistikstruktur und einen großen Fuhrpark. Neben der Produktion und Lagerung ist die Auslieferung ein wesentlicher Teil des Geschäftsmodells.
Besondere Bedeutung hat die werkseigene Brücke über die Autobahn A2. Sie verbindet die Produktionsbereiche in Verl-Sürenheide und Gütersloh direkt miteinander. Dadurch können Transporte zwischen den Werken durchgeführt werden, ohne das öffentliche Straßennetz an dieser Stelle vollständig nutzen zu müssen.
Im Jahr 2009 eröffnete das Unternehmen am Standort Verl ein eigenes Prüflabor. Auf rund 230 Quadratmetern werden Neuentwicklungen getestet, bevor sie in die Kollektion aufgenommen werden.
Geprüft werden beispielsweise:
Zusätzlich werden nach Unternehmensangaben täglich bis zu 21 vollständige Einbauküchen in einem Qualitätsaudit untersucht.
Die Möbel tragen beziehungsweise erfüllen verschiedene Qualitäts- und Umweltkennzeichnungen. Dazu gehören:
Die Korpusmöbel für Küche, Bad und Wohnen erfüllen nach Angaben des Unternehmens die Anforderungen des Herkunftslabels „Möbel made in Germany“.
Am Hauptsitz befindet sich eine große Ausstellung mit Küchen-, Bad- und Wohnplanungen. Nach aktueller Unternehmensangabe umfasst der Showroom rund 5.400 Quadratmeter und zeigt mehr als 136 verschiedene Planungsvorschläge.
Dort werden unter anderem präsentiert:
Die Ausstellung ist ein Showroom. Küchen und Möbel werden dort nicht direkt verkauft. Ein Kauf und die vollständige Planung erfolgen weiterhin über den Fachhandel.
Einen regulären Direktverkauf ab Werk gibt es nicht. Weder vollständige Küchen noch Ersatz- oder Ergänzungsschränke können unmittelbar beim Hersteller bestellt werden.
Das betrifft auch Kunden, die eine vorhandene Küche nach einigen Jahren erweitern möchten. Ansprechpartner bleibt grundsätzlich das Küchenstudio oder Möbelhaus, bei dem die Küche gekauft wurde.
Für Zubehör und einzelne ergänzende Artikel unterhält das Unternehmen einen separaten Zubehörshop. Reklamationen, Garantiefälle und Ersatzbestellungen müssen jedoch in der Regel über den jeweiligen Vertragspartner abgewickelt werden.
Eine hochwertige Küche kann ihre Funktion nur erfüllen, wenn sie fachgerecht aufgebaut und angeschlossen wird. Fehler beim Aufmaß oder bei der Montage können dazu führen, dass Schränke nicht passen, Fronten schief stehen oder Geräte nicht richtig eingebaut werden.
In Verl betreibt das Unternehmen deshalb eine eigene Montageakademie. Sie umfasst rund 2.800 Quadratmeter, 16 Themenkojen, fünf Schulungsräume und einen Lernparcours mit zwölf Stationen.
Das Angebot richtet sich unter anderem an:
In Zusammenarbeit mit der IHK werden auch zertifizierte Weiterbildungen angeboten. Die Akademie befindet sich an der Waldstraße 7 in Verl.
Der Hersteller erfasst seit 2021 systematisch seinen unternehmerischen CO₂-Fußabdruck. Für das Jahr 2022 wurden für Produktion und Auslieferung rund 64.993 Tonnen CO₂ ausgewiesen. Bezogen auf 803.524 verkaufte Küchen entsprach dies knapp 81 Kilogramm je Küche. In dieser Berechnung wurden nur Emissionen berücksichtigt, die unmittelbar der eigenen Wertschöpfung zugerechnet werden.
Weitere Bestandteile der Nachhaltigkeitsstrategie sind unter anderem:
Mehrere Frontprogramme tragen den Blauen Engel. Das Umweltzeichen berücksichtigt unter anderem Schadstoffemissionen, Materialeigenschaften und Anforderungen an Umwelt- und Gesundheitsschutz.
Mit mehr als 4.500 Beschäftigten zählt das Unternehmen zu den größten industriellen Arbeitgebern in Ostwestfalen. Arbeitsplätze bestehen nicht nur in der Möbelproduktion, sondern auch in zahlreichen technischen, digitalen, kaufmännischen und logistischen Bereichen.
Zu den Berufsfeldern gehören:
Neben den Standorten in Verl werden Stellen unter anderem in Gütersloh, Saarlouis, München, Kehl und Gronau ausgeschrieben.
Als Arbeitgeberleistungen nennt das Unternehmen je nach Tätigkeitsbereich unter anderem Urlaubs- und Weihnachtsgeld, betriebliche Altersvorsorge, Prämien, Weiterbildung, Gesundheitsangebote und teilweise flexible Arbeitsmodelle.
Das Ausbildungsangebot umfasst gewerbliche, technische, kaufmännische und digitale Berufe.
Dazu gehören unter anderem:
Hinzu kommen duale Studiengänge in den Bereichen Industrial Management, Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen sowie Holz- und Möbeltechnik.
Praktika sind sowohl in der Verwaltung als auch in gewerblichen Bereichen möglich. Nach eigener Angabe erreicht das Unternehmen bei Ausbildung und dualem Studium eine Übernahmequote von nahezu 100 Prozent.
nobilia gehört zu den Unternehmen, die die internationale Wahrnehmung Ostwestfalens als Küchen- und Möbelregion wesentlich prägen.
Der Standort verbindet zahlreiche regionale Kompetenzen:
Die Größe des Unternehmens zeigt sich nicht nur an Umsatz und Beschäftigtenzahl. Mehrere Tausend Küchen verlassen an einem Produktionstag die Werke, während ein großer Teil der Produkte in internationale Märkte geliefert wird.
Gleichzeitig bleibt die Unternehmensgeschichte eng mit Verl und der Familie Stickling verbunden. Aus einer kleinen Schreinerei mit sieben Beschäftigten entstand innerhalb von rund acht Jahrzehnten Europas größter Hersteller von Küchenmöbeln.
nobilia-Werke J. Stickling GmbH & Co. KG
Waldstraße 53–57
33415 Verl
Telefon: 05246 508-0
E-Mail: info@nobilia.de
Webseite: www.nobilia.de
Über die Unternehmenswebsite können Interessierte Küchen-, Bad- und Wohnprogramme ansehen, den digitalen Showroom besuchen, einen Fachhändler suchen, Planungstools nutzen oder sich über Stellenangebote und Ausbildung informieren.
Das Unternehmen produziert vor allem individuell geplante Einbauküchen. Zum Sortiment gehören inzwischen außerdem Badmöbel, Wohnmöbel, Esszimmerlösungen, Homeoffice-Möbel und modulare Produkte der Linie nobilia elements.
Der Hauptsitz liegt an der Waldstraße 53–57 in Verl-Sürenheide.
Die Möbel werden an deutschen Produktionsstandorten gefertigt. Die aktuelle Unternehmensübersicht nennt drei Produktionsstätten mit insgesamt 434.000 Quadratmetern Fläche.
Für das Jahr 2022 nennt das Unternehmen rund 855.000 Küchen beziehungsweise etwa 3.900 Küchen pro Produktionstag.
Nein. Der Hersteller liefert ausschließlich über den qualifizierten Möbel- und Küchenfachhandel. Auch Ersatz- und Ergänzungsbestellungen werden nicht direkt ab Werk angenommen.
Ein regulärer Werksverkauf für Küchen oder Möbel wird nicht angeboten.
Grundsätzlich wird am Hauptsitz eine große Ausstellung präsentiert. Sie ist jedoch vom 17. Juni bis einschließlich 5. Oktober 2026 wegen Umbauarbeiten und Hausmesse geschlossen. Aktuelle Besuchsmöglichkeiten sollten vor der Anfahrt geprüft werden.
Der aktuelle Showroom umfasst rund 5.400 Quadratmeter und zeigt mehr als 136 Küchen-, Bad- und Wohnplanungen.
Auf der aktuellen FAQ-Seite werden Dr. Lars M. Bopf als Vorsitzender sowie Frank Kramer und Christopher Stenzel als Geschäftsführer genannt.
Die aktuelle Faktenübersicht weist 4.523 Beschäftigte aus.
Das Unternehmen bietet unter anderem Ausbildungen für Tischler, Holzmechaniker, Mechatroniker, Fachlageristen, Industriekaufleute, Fachinformatiker, Mediengestalter, E-Commerce-Kaufleute und Berufskraftfahrer an. Hinzu kommen mehrere duale Studiengänge.
Quellen: Unternehmens-, Geschichts-, Produkt-, Qualitäts-, Nachhaltigkeits-, Ausstellungs-, Karriere-, Ausbildungs- und Serviceseiten von nobilia. Angaben zuletzt geprüft am 22. Juli 2026.