Höxter entdecken: Fachwerk, Weser und Welterbe Corvey

Höxter entdecken: historische Altstadt, Weser, UNESCO-Welterbe Corvey, Wirtschaft und besondere Orte der Kreisstadt in Ostwestfalen.

Höxter verbindet eine historische Altstadt mit der Weser, dem UNESCO-Welterbe Corvey und einer ungewöhnlich langen Stadtgeschichte. Die Kreisstadt im Osten Ostwestfalens ist zugleich Hochschul-, Wirtschafts- und Freizeitstandort im Weserbergland.

Höxter-Altes Rathaus und Kilianikirche
Höxter-Altes Rathaus und Kilianikirche © Teutoburger Wald / Stadt Höxter / D. Ketz, Dominik Ketz | CC-BY-SA

Wer Höxter zum ersten Mal besucht, versteht schnell, warum die Stadt anders wirkt als viele andere Orte in Ostwestfalen. Die Weser verläuft unmittelbar an der Altstadt, reich verzierte Fachwerkhäuser erinnern an die Zeit der Weserrenaissance und nur wenige Kilometer entfernt steht mit Corvey eines der bedeutendsten frühmittelalterlichen Bauwerke Europas.

Rund 29.000 Menschen leben heute auf einem ungewöhnlich großen Stadtgebiet von etwa 158 Quadratkilometern. Höxter ist Kreisstadt des gleichnamigen Kreises und liegt ganz im Osten Nordrhein-Westfalens. Auf der anderen Seite der Weser beginnt bereits Niedersachsen, auch Hessen ist nicht weit entfernt. Die Stadt selbst beschreibt diese Lage treffend als Ausgangspunkt mitten im Weserbergland.

Dabei ist Höxter nicht nur ein Ziel für Besucher. Mit der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, einem international tätigen Industrieunternehmen wie Optibelt und zahlreichen mittelständischen Betrieben besitzt die Stadt auch wirtschaftlich und wissenschaftlich Bedeutung für den östlichen Teil Ostwestfalens.

Höxter auf einen Blick

  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Region: Ostwestfalen-Lippe
  • Kreis: Höxter
  • Einwohner: rund 29.000
  • Fläche: rund 158 km²
  • Stadtteile: 13 Stadtteile: Höxter, Albaxen, Bödexen, Bosseborn, Brenkhausen, Bruchhausen, Fürstenau, Godelheim, Lüchtringen, Lütmarsen, Ottbergen, Ovenhausen und Stahle
  • Stadtverwaltung: Westerbachstraße 45, 37671 Höxter
  • Telefon: +49 5271 963-0
  • E-Mail: rathaus@hoexter.de
  • Website: hoexter.de
  • Hochschule: Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Sustainable Campus Höxter
  • Bekanntes Unternehmen: Arntz Optibelt Gruppe
  • Bekannt für: historische Altstadt, Weser, Weserrenaissance und UNESCO-Welterbe Corvey
  • Freizeit: Huxarium Gartenpark, Weserpromenade und Weser-Radweg

Eine Stadt mit mehr als 1.200 Jahren Geschichte

Die Geschichte Höxters ist eng mit Corvey verbunden.

Bereits im frühen 9. Jahrhundert existierte an der Weser eine Siedlung. Im Jahr 823 übertrug Kaiser Ludwig der Fromme die „Villa Huxori“ dem neu gegründeten Kloster Corvey. In der Nähe verlief der Westfälische Hellweg, eine wichtige mittelalterliche Handelsverbindung. Der Markt von Höxter erhielt schon 833 besondere Privilegien und entwickelte sich zu einem bedeutenden Handelsplatz.

Im Laufe des Mittelalters wuchs die Selbstständigkeit der Bürger. Eine Weserbrücke, Stadtmauer und ein eigener Rat entstanden. Um 1250 erhielt Höxter Stadtrechte. Das historische Rathaus wurde ebenfalls um diese Zeit als Markt-, Versammlungs- und Gerichtsgebäude errichtet.

Höxter Rathaus
Höxter Rathaus @ Foto: CEphoto, Uwe Aranas / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Reformation brachte im 16. Jahrhundert einen weiteren Einschnitt. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Gebäude, die heute das Erscheinungsbild der Altstadt prägen. Besonders typisch sind reich verzierte Fachwerkfassaden der Weserrenaissance.

Höxter besitzt deshalb keinen historischen Stadtkern, der nur aus einigen restaurierten Einzelhäusern besteht. Innerhalb des alten Stadtbereichs finden sich mehr als 200 eingetragene Baudenkmäler.

Dechanei | Amelunxenscher Hof in Höxter
Dechanei | Amelunxenscher Hof in Höxter

Fachwerk und Weserrenaissance in der Altstadt

Das Zentrum lässt sich gut zu Fuß erkunden.

Eines der markantesten Gebäude ist das Historische Rathaus an der Weser. Sein Ursprung reicht bis etwa 1250 zurück. Zwischen 1608 und 1618 wurde es im Stil der Weserrenaissance umgebaut und erhielt seinen charakteristischen Fachwerkaufbau, den Treppenturm und den reich geschmückten Erker.

Nicht weit entfernt steht die Kilianikirche mit ihren beiden Türmen. Archäologische Funde unter dem heutigen Bau weisen auf eine Missionskirche aus der Zeit um 800 hin. Damit reicht die christliche Geschichte dieses Ortes bis in die Zeit Karls des Großen zurück.

Zu den auffälligsten Fachwerkbauten gehört außerdem die Dechanei, der frühere Amelunxensche Hof. Das Gebäude wurde zwischen 1564 und 1571 im Stil der Weserrenaissance umgebaut. Mehr als 60 unterschiedlich gestaltete Fächerrosetten schmücken die Fassade.

Diese Mischung aus Fachwerk, Steinbauten, Kirchen und Resten der Stadtbefestigung macht die Altstadt interessant, ohne dass Höxter wie ein musealer Stadtkern wirkt. Geschäfte, Gastronomie und Wohnungen liegen weiterhin mitten zwischen den historischen Gebäuden.

Abtei und Schloss Corvey in Höxter
Abtei und Schloss Corvey in Höxter

Corvey: UNESCO-Welterbe vor den Toren Höxters

Kaum ein Ort prägt Höxter so stark wie Corvey.

Das Benediktinerkloster wurde 822 in die Weseraue verlegt. Von hier entwickelte sich Corvey im frühen Mittelalter zu einem bedeutenden geistlichen und politischen Zentrum.

Besonders außergewöhnlich ist das karolingische Westwerk aus dem 9. Jahrhundert. Es gehört zu den wenigen in wesentlichen Teilen erhaltenen Bauwerken dieser Epoche und gilt als das einzige erhaltene Zeugnis dieses historischen Westwerk-Bautyps.

Am 21. Juni 2014 nahm die UNESCO das „Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“ in die Welterbeliste auf.

Heute gehören neben dem Westwerk die barocke Abteikirche und Schlossanlage, die Fürstliche Bibliothek und die Gartenanlagen zu Corvey. In der Bibliothek arbeitete im 19. Jahrhundert auch August Heinrich Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar.

Für Höxter bedeutet Corvey weit mehr als eine Sehenswürdigkeit. Das Welterbe gibt der vergleichsweise kleinen Kreisstadt eine kulturhistorische Bedeutung, die weit über Ostwestfalen hinausreicht.

Weser und Huxarium haben die Stadt verändert

Höxter lebt aber nicht nur von historischen Gebäuden.

Mit der Landesgartenschau 2023 wurden große Bereiche zwischen Altstadt, Weser und Corvey neu gestaltet. Daraus ist der heutige Huxarium Gartenpark Höxter hervorgegangen. Er verbindet Stadtwall, Weserufer und das Gelände rund um Corvey.

Auch die Weserpromenade wurde neu angelegt. Wege führen heute direkt am Fluss entlang, Sitzstufen öffnen die Stadt stärker zur Weser und zwischen Innenstadt und Corvey entstand eine durchgängige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer.

Ein besonderer Aussichtspunkt ist die Weserscholle oberhalb des Flusses. Auch sie entstand im Zuge der Landesgartenschau.

Hinzu kommt der Weser-Radweg. Er führt unmittelbar durch Höxter und weiter entlang des Flusses. Zusammen mit dem Europaradweg R1 macht das die Stadt zu einem wichtigen Zwischenstopp für Radtouristen im Weserbergland.

Höxter hat dadurch etwas geschafft, das für historische Städte nicht selbstverständlich ist: Die Altstadt wurde nicht nur erhalten, sondern stärker mit Landschaft und Fluss verbunden.

Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe Standort Höxter
Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe Standort Höxter @ th-owl.de/hx/

Hochschule mit Schwerpunkt Umwelt und Nachhaltigkeit

Eine weitere Besonderheit ist der Hochschulstandort.

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe betreibt in Höxter ihren sogenannten Sustainable Campus. Im Wintersemester 2024/25 waren dort 604 Studierende eingeschrieben. Die Schwerpunkte liegen unter anderem in Umweltingenieurwesen, angewandter Informatik, Landschaftsarchitektur und Umweltplanung.

Damit besitzt Höxter trotz seiner überschaubaren Größe einen Hochschulstandort mit einer ausgesprochen klaren fachlichen Ausrichtung.

Umwelt, Ressourcen, Landschaft und die Entwicklung ländlicher Räume stehen im Mittelpunkt. Das passt ungewöhnlich gut zur Umgebung: Weser, Kulturlandschaft, Landwirtschaft und ländliche Strukturen werden hier nicht nur als Landschaft wahrgenommen, sondern auch wissenschaftlich untersucht.

Für Stadt und Kreis ist die Hochschule deshalb ein wichtiger Faktor, um junge Menschen, Forschung und Fachwissen in der Region zu halten.


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Wirtschaft in Höxter

Wirtschaftlich wird Höxter stark vom Mittelstand geprägt. Das bekannteste Beispiel steht bereits seit mehr als 150 Jahren in der Stadt.

1872 gründete Emil Arntz die Höxtersche Gummifädenfabrik. Daraus entwickelte sich die heutige Arntz Optibelt Gruppe, einer der international führenden Hersteller von Hochleistungs-Antriebsriemen und Antriebslösungen. Der Stammsitz befindet sich noch immer in Höxter.

Rund 1.000 Menschen arbeiten am Standort Höxter. Weltweit beschäftigt die Gruppe inzwischen mehr als 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreibt neun Produktionsstandorte in sieben Ländern. Für das Geschäftsjahr 2024 meldete Optibelt einen Umsatz von rund 284 Millionen Euro.

Optibelt ist damit ein gutes Beispiel für ein Muster, das sich in Ostwestfalen häufig findet: ein über Generationen gewachsenes Familienunternehmen mit internationalem Geschäft, dessen Hauptsitz trotzdem in einer vergleichsweise kleinen Stadt geblieben ist.

Daneben spielen Gesundheitswesen, Handel, Handwerk, Dienstleistungen und öffentliche Einrichtungen eine wichtige Rolle. Die Stadt entwickelt mit dem Wirtschaftspark Höxter weitere Gewerbeflächen und bezeichnet ihn als zentralen gewerblichen Entwicklungsschwerpunkt.

Die wirtschaftliche Struktur ist weniger von großen Konzernen geprägt als in anderen Teilen Ostwestfalens, dafür breit mittelständisch aufgestellt.

Höxter Ortschaft Lüchtringen an der Weser
Höxter Ortschaft Lüchtringen an der Weser

13 Stadtteile zwischen Weser und Weserbergland

Zur Stadt Höxter gehört weit mehr als die eigentliche Kernstadt.

Das Stadtgebiet umfasst 13 Stadtteile: Höxter, Albaxen, Bödexen, Bosseborn, Brenkhausen, Bruchhausen, Fürstenau, Godelheim, Lüchtringen, Lütmarsen, Ottbergen, Ovenhausen und Stahle. Knapp die Hälfte der Einwohner lebt im Stadtkern.

Dadurch besitzt Höxter einen ausgesprochen ländlichen Charakter. Zwischen den einzelnen Ortsteilen liegen Wälder, Felder und Täler. Die Weser bildet zugleich Landschaftsraum und Landesgrenze.

Geografisch liegt die Stadt am äußersten östlichen Rand Nordrhein-Westfalens. Auf der anderen Weserseite beginnt Niedersachsen; auch die hessische Landesgrenze ist nicht weit entfernt. Diese Randlage innerhalb Nordrhein-Westfalens ist gleichzeitig eine zentrale Lage im Weserbergland.

Das prägt auch den Alltag. Höxter ist einerseits Verwaltungs-, Einkaufs- und Bildungszentrum für sein Umland, andererseits bleiben Wege in die großen Zentren Ostwestfalens länger als beispielsweise von Gütersloh oder Herford aus.

Höxter gehört zu Ostwestfalen – mit eigenem Charakter

Höxter liegt im Osten des Regierungsbezirks Detmold und gehört eindeutig zu Ostwestfalen beziehungsweise zur heutigen Region Ostwestfalen-Lippe.

Trotzdem besitzt die Stadt einen anderen Charakter als die dichter besiedelten Räume um Bielefeld, Gütersloh oder Herford.

Die Weser, das Weserbergland und die Nähe zu Niedersachsen sind hier deutlich stärker spürbar. Gleichzeitig verbinden Corvey, die mittelalterliche Stadtgeschichte und alte Handelswege Höxter eng mit der Geschichte Westfalens.

Gerade diese Lage am Rand macht die Stadt für ein Portal über Ostwestfalen interessant. Höxter zeigt, wie unterschiedlich die Region sein kann: zwischen international tätiger Industrie, Hochschule, Fachwerkstadt und einer Kulturlandschaft, die bereits wenige Minuten hinter der Innenstadt beginnt.

Eine Stadt zwischen Geschichte und Weser

Höxter braucht keine große Skyline und kein dichtes Zentrum, um aufzufallen.

Die Stärke der Stadt liegt in der Kombination aus einer mehr als 1.200 Jahre zurückreichenden Geschichte, einer gut erhaltenen Altstadt, der Weser und dem Welterbe Corvey. Mit dem Huxarium und der neu gestalteten Weserpromenade sind in den vergangenen Jahren zudem Orte entstanden, die historische Stadt und Landschaft enger miteinander verbinden.

Gleichzeitig sorgen die TH OWL und Unternehmen wie Optibelt dafür, dass Höxter nicht auf seine Vergangenheit reduziert werden kann.

Wer Ostwestfalen entdecken möchte, findet deshalb ganz im Osten der Region eine Stadt, in der Welterbe, Fachwerk, Industrie und Weser ungewöhnlich nah beieinander liegen.

Weitere Städte und Regionen findest du unter Orte in Ostwestfalen.

Häufige Fragen zu Höxter

Wofür ist Höxter bekannt?

Höxter ist vor allem für seine historische Altstadt, die Weser und das UNESCO-Welterbe Corvey bekannt. Charakteristisch sind außerdem zahlreiche Fachwerkhäuser der Weserrenaissance.

Wie viele Einwohner hat Höxter?

Die Stadt hat rund 29.000 Einwohner. Das Stadtgebiet ist etwa 158 Quadratkilometer groß und umfasst 13 Stadtteile.

Gehört Corvey zu Höxter?

Ja. Das UNESCO-Welterbe Corvey liegt unmittelbar vor der Kernstadt Höxter. Das karolingische Westwerk und die Civitas Corvey gehören seit 2014 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Was sollte man in Höxter gesehen haben?

Zu den wichtigsten Zielen gehören die historische Altstadt mit Rathaus und Dechanei, die Weserpromenade, der Huxarium Gartenpark und das UNESCO-Welterbe Corvey.

Gehört Höxter zu Ostwestfalen?

Ja. Höxter ist Kreisstadt des Kreises Höxter und gehört zu Ostwestfalen sowie zur heutigen Region Ostwestfalen-Lippe.


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