Seidensticker in Bielefeld: Die schwarze Rose aus Ostwestfalen

Seidensticker aus Bielefeld: Geschichte, Unternehmen, Mitarbeiter und die schwarze Rose der bekannten Modemarke aus Ostwestfalen.

Seidensticker gehört zu den traditionsreichsten Modemarken Ostwestfalens. Seit 1919 ist das Familienunternehmen mit Bielefeld verbunden – bekannt vor allem für Hemden, Blusen und die schwarze Rose als Markenzeichen.

Ein weißes Hemd, eine kleine schwarze Rose und dahinter mehr als ein Jahrhundert Unternehmensgeschichte: Seidensticker ist eine der Marken, die Bielefeld weit über Ostwestfalen hinaus bekannt gemacht haben.

Das Unternehmen wurde 1919 von Walter Seidensticker senior in Bielefeld gegründet. Was mit der Herstellung von Hemden begann, entwickelte sich zu einer international tätigen Unternehmensgruppe. Der Schwerpunkt liegt bis heute auf Hemden und Blusen, das Sortiment ist inzwischen jedoch deutlich breiter geworden.

Seidensticker auf einen Blick

Unternehmen: Seidensticker GmbH / Seidensticker Group
Marke: Seidensticker
Hauptsitz: Bielefeld
Adresse: Am Stadtholz 39, 33609 Bielefeld
Telefon: +49 521 306-0
E-Mail: info@seidensticker.de
Webseite: seidensticker.com
Branche: Mode und Textil
Gründung: 1919 in Bielefeld
Gründer: Walter Seidensticker senior
Eigentümerstruktur: Familienunternehmen, heute in dritter Generation geführt

Geschäftsführender Gesellschafter: Gerd Oliver Seidensticker
Operative Unternehmensleitung: Dr. Silvia Bentzinger und Dr. Marc Barrantes
CEO der Marke Seidensticker: Dr. Silvia Bentzinger
CFO/COO: Dr. Marc Barrantes

Mitarbeitende: rund 1.900 weltweit
Umsatz: ca. 104 Mio. Euro (2025/2026)
Produktion: knapp 6 Mio. Kleidungsstücke pro Jahr
Exportquote: 42 Prozent
Internationale Präsenz: rund 70 Länder
Kernmärkte: Deutschland, Österreich, Schweiz, Benelux, Frankreich, Skandinavien, Großbritannien und Irland
Eigene Produktionsstätten: Vietnam und Indonesien
Beschaffung: eigene Beschaffungsgesellschaft und Stoff-Sourcing-Agentur

Sortiment: Hemden, Blusen sowie weitere Damen- und Herrenbekleidung wie Strick, Polos, T-Shirts, Hosen und Kleider
Kernprodukte: Hemden und Blusen
Markenzeichen: Schwarze Rose
Qualitätssicherung: Jedes Hemd durchläuft laut Unternehmen 142 Kontrollen bis zur Produktionsreife
Frauenanteil: rund 75 Prozent der Belegschaft

1919 beginnt die Geschichte in Bielefeld

Die Verbindung zwischen Seidensticker und Bielefeld ist keine spätere Standortentscheidung. Das Unternehmen wurde hier gegründet.

Walter Seidensticker senior begann 1919 mit der Herstellung von Hemden. Sein Anspruch war es, gute Qualität mit einem vernünftigen Preis zu verbinden. Aus dem zunächst überschaubaren Betrieb entstand über Jahrzehnte eines der bekanntesten deutschen Unternehmen für Hemden und Blusen.

Bielefeld bot dafür einen passenden Standort. Die Stadt und das Ravensberger Land verfügten bereits über eine lange Textiltradition. Leinenhandel, Spinnereien und industrielle Textilverarbeitung hatten die wirtschaftliche Entwicklung der Region im 19. Jahrhundert stark geprägt.

Seidensticker setzte diese Tradition unter anderen Bedingungen fort und machte aus einem klassischen Bekleidungsprodukt eine überregional bekannte Marke.

Seidensticker Unternehmensleitung: Gerd Oliver Seidensticker, Dr. Silvia Bentzinger, Dr. Marc Barrantes
Seidensticker Unternehmensleitung: Gerd Oliver Seidensticker, Dr. Silvia Bentzinger, Dr. Marc Barrantes

Das Hemd bleibt der Kern

Mode verändert sich schnell. Das klassische Hemd erstaunlich wenig.

Genau darin liegt ein Teil der Stärke von Seidensticker. Während Kollektionen, Schnitte und Vertriebskanäle immer wieder angepasst wurden, blieb das Herrenhemd das zentrale Produkt.

Heute bietet das Unternehmen unterschiedliche Passformen, Stoffe und Kragenformen an – vom klassischen Businesshemd bis zu deutlich legereren Varianten. Das Sortiment wurde zusätzlich um Strick, Poloshirts, T-Shirts, Overshirts, Hosen und weitere Bekleidung erweitert.

Auch bei der Damenmode spielt ein klassisches Produkt eine zentrale Rolle: die Bluse.

CEO Silvia Bentzinger bezeichnete das Businesshemd Anfang 2026 weiterhin als Kerngeschäft. Gleichzeitig baut Seidensticker insbesondere Strick, Casual-Produkte und weitere Bekleidung aus.

Das zeigt, wie sich ein Traditionsunternehmen verändern kann, ohne sein bekanntestes Produkt aufzugeben.

Hemden von Seidensticker aus Bielefeld
Hemden von Seidensticker aus Bielefeld @seidensticker.com

Die schwarze Rose wird zum Erkennungszeichen

Für den Wiedererkennungswert der Marke ist nicht allein der Name verantwortlich.

Die schwarze Rose gehört seit vielen Jahren zu den auffälligsten Merkmalen der Seidensticker-Hemden. Klein aufgestickt, aber deutlich sichtbar, hat sie sich zu einem Markenzeichen entwickelt, das viele Kunden unmittelbar mit dem Unternehmen verbinden.

Gerade beim klassischen weißen Hemd funktioniert dieses Detail fast wie eine Herkunftsmarkierung.

Ein aufwendiges Logo braucht es dafür nicht. Eine kleine Rose genügt.


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Familienunternehmen mit internationaler Produktion

Seidensticker befindet sich nach eigenen Angaben vollständig in Familienbesitz. Der Stammsitz ist weiterhin Bielefeld, während die Produktion international organisiert ist.

Eigene Fertigungsstätten befinden sich in Asien. Damit folgt Seidensticker einer Entwicklung, die große Teile der europäischen Bekleidungsindustrie in den vergangenen Jahrzehnten geprägt hat.

Das ändert allerdings nichts daran, dass wesentliche Funktionen der Unternehmensgruppe weiterhin von Bielefeld aus geführt werden. Hier sitzen Geschäftsführung und zentrale Unternehmensbereiche.

Nach aktuellen Angaben beschäftigt Seidensticker weltweit mehr als 1.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

The Statement Shirt von Seidensticker
The Statement Shirt von Seidensticker @seidensticker.com

Vom Businesshemd zum modernen Modeanbieter

Seidensticker muss heute mit einem Markt umgehen, der sich deutlich verändert hat.

Die klassische Trennung zwischen Business- und Freizeitkleidung wird schwächer. Hemden werden legerer getragen, Bürokleidung verändert sich und der Onlinehandel hat die Vertriebswege grundlegend verschoben.

Das Unternehmen reagiert darauf mit einem breiteren Sortiment. Neben klassischen Hemden gewinnen Strickwaren, Polos, T-Shirts, Casual-Hemden und Overshirts an Bedeutung.

Eine weitere Rolle spielt Studio Seidensticker. Die Linie richtet sich stärker an ein jüngeres, modeorientiertes Publikum und wird über ausgewählte Händler vertrieben.

Gleichzeitig bleibt das klassische Hemd das Produkt, mit dem die meisten Menschen den Namen Seidensticker verbinden.

Studio Seidensticker
Studio Seidensticker

Von Bielefeld in internationale Märkte

Auch international will Seidensticker weiter wachsen.

Für 2026 nennt das Unternehmen unter anderem die USA, Skandinavien sowie Belgien, Luxemburg und die Niederlande als interessante Wachstumsmärkte. Gleichzeitig entwickeln sich E-Commerce und Wholesale weiter.

Damit steht Seidensticker vor einer Aufgabe, die viele traditionsreiche Unternehmen aus Ostwestfalen kennen: Die Herkunft soll erhalten bleiben, während sich Produkte und Märkte verändern.

Mehr als 100 Jahre nach der Gründung wird diese Entwicklung weiterhin von Bielefeld aus gesteuert.

Textilgeschichte, die in Bielefeld geblieben ist

BRAX und bugatti stehen für Herford, Seidensticker für Bielefeld. Zusammen zeigen diese Unternehmen, dass Mode und Textil in Ostwestfalen mehr sind als ein historisches Kapitel.

Bei Seidensticker ist diese Verbindung besonders deutlich. Das Unternehmen wurde in Bielefeld gegründet, ist bis heute familiengeführt und trägt den Namen seiner Gründerfamilie noch immer als Marke in die Welt.

Dass ausgerechnet das Hemd zum wichtigsten Produkt wurde, passt dabei fast zur Region: wenig spektakulär auf den ersten Blick, dafür langlebig, funktional und international erfolgreicher, als mancher vermuten würde.

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