Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Nordrhein-Westfalen wird 80: Wie das Land entstand, warum Lippe später dazukam und was NRW bis heute besonders macht.

Nordrhein-Westfalen wird an diesem Sonntag 80 Jahre alt. Am 23. August 1946 gründete die britische Militärregierung mit ihrer Verordnung Nr. 46 das neue Land. Zusammengeführt wurden der nördliche Teil der preußischen Rheinprovinz und die Provinz Westfalen. Hinter den Planungen stand die von den Briten „Operation Marriage“ genannte Zusammenlegung – eine Vernunftehe, aus der Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland entstand.
Knapp zwölf Millionen Menschen lebten damals auf dem Gebiet Nordrhein-Westfalens. Heute sind es rund 18 Millionen. Acht Jahrzehnte liegen dazwischen, geprägt von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder, vom Niedergang traditioneller Industrien, von Zuwanderung und Strukturwandel. NRW hat sich dabei immer wieder verändert, ohne seine regionalen Unterschiede zu verlieren.
Für Ostwestfalen-Lippe ist der Geburtstag auch deshalb interessant, weil das heutige NRW 1946 noch nicht vollständig war. Das damals selbstständige Land Lippe gehörte zunächst nicht dazu. Erst am 21. Januar 1947 wurde Lippe durch die Verordnung Nr. 77 der britischen Militärregierung Nordrhein-Westfalen angegliedert. Vorausgegangen waren Verhandlungen über die sogenannten Lippischen Punktationen. Sie sicherten unter anderem den Erhalt wichtiger kultureller Einrichtungen und die besondere Stellung der Region. Detmold wurde später Sitz der Bezirksregierung.
Gerade diese regionalen Unterschiede prägen NRW bis heute. Zwischen Rheinland und Westfalen, Ruhrgebiet, Münsterland, Südwestfalen und Ostwestfalen-Lippe unterscheiden sich Wirtschaftsstruktur, Sprache, Mentalität und Alltag zum Teil erheblich. Der WDR stellt zum 80. Geburtstag deshalb bewusst Menschen und ihre Lebensgeschichten in den Mittelpunkt und zeigt NRW als Land der Gegensätze.
NRW verlangt keine einheitliche Identität – seine Stärke liegt gerade darin, dass die Regionen verschieden geblieben sind.
Gefeiert wird bereits an diesem Wochenende in Düsseldorf. Das offizielle Landesfest folgt wenige Tage später: Vom 28. bis 30. August richtet Münster den Nordrhein-Westfalen-Tag aus. Unter dem Motto „Demokratie lebt. Vielfalt verbindet.“ sind elf Themenmeilen sowie zahlreiche Kultur-, Musik- und Mitmachangebote geplant.
Unsere Meinung: Gerade Ostwestfalen-Lippe zeigt, dass man sich seiner eigenen Region stark verbunden fühlen und trotzdem selbstverständlich Nordrhein-Westfale sein kann. Vielleicht ist das nach 80 Jahren die eigentliche Stärke dieses ungewöhnlichen Bindestrichlandes: NRW verlangt keine einheitliche Identität. Es funktioniert gerade deshalb, weil seine Regionen verschieden geblieben sind.