Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Fast eine Million Gäste besuchten OWL im ersten Halbjahr 2026. Ferienwohnungen und internationale Besucher treiben den Tourismus an.

Die Urlaubsregion Teutoburger Wald verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 knapp eine Million Gästeankünfte. Besonders Ferienwohnungen und Besucher aus dem Ausland legen deutlich zu. Während Nordrhein-Westfalen insgesamt wesentlich stärker wächst, zeigen die Zahlen für Ostwestfalen-Lippe einen interessanten Wandel beim Reiseverhalten.
Von Januar bis Juni 2026 wurden in der Urlaubsregion Teutoburger Wald / Ostwestfalen-Lippe 997.612 Ankünfte und 3.274.510 Übernachtungen gezählt. Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 stieg die Zahl der Ankünfte um 1,2 Prozent, die Übernachtungen nahmen um 0,3 Prozent zu. Grundlage sind Daten der Beherbergungsstatistik von IT.NRW.
Damit setzt sich die positive Entwicklung zwar fort, allerdings deutlich langsamer als im gesamten Land. Nordrhein-Westfalen kam im ersten Halbjahr auf 12,3 Millionen Ankünfte und 26,9 Millionen Übernachtungen. Das waren 5,7 beziehungsweise 3,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Interessanter als das moderate Gesamtplus ist der Blick auf die einzelnen Unterkunftsarten. Bei Ferienwohnungen und Ferienzentren stiegen die Ankünfte um 39,5 Prozent, die Übernachtungen sogar um 35,8 Prozent. Gleichzeitig wurde das Angebot deutlich ausgeweitet: Die Zahl der Betten in diesem Segment nahm um 34,4 Prozent zu.
Die klassische Hotellerie entwickelte sich dagegen weitgehend stabil. Hotels meldeten 0,7 Prozent mehr Ankünfte, aber 0,3 Prozent weniger Übernachtungen. Im Juni waren in der Region insgesamt 692 Beherbergungsbetriebe mit 39.085 Betten geöffnet.
Der Trend zu Ferienwohnungen passt zu einer Region, die stark von Natur-, Aktiv- und Individualtourismus geprägt ist. Vom Teutoburger Wald über Weser und Eggegebirge bis zu historischen Städten bietet OWL viele Ziele für kürzere, flexibel geplante Aufenthalte. Auf ostwestfalen.nrw finden sich dazu bereits zahlreiche Ausflugsziele in Ostwestfalen, vom Hermannsdenkmal über Corvey bis zum Weser-Skywalk.

Überdurchschnittlich entwickelt sich auch der internationale Tourismus. Die Zahl der Ankünfte aus dem Ausland legte um 10,5 Prozent zu, die Zahl ihrer Übernachtungen um 7,1 Prozent. Wichtigster ausländischer Markt bleiben die Niederlande, auf die mehr als ein Fünftel der internationalen Übernachtungen entfällt. Dahinter folgen Polen und Großbritannien.
Bereits 2025 hatte die Region insgesamt 6,92 Millionen Übernachtungen und 2,10 Millionen Ankünfte erreicht. Gemessen an den Übernachtungen war der Teutoburger Wald damals die drittstärkste Tourismusregion Nordrhein-Westfalens hinter Köln/Rhein-Erft-Kreis und dem Ruhrgebiet.
Auch das Wetter dürfte das Ergebnis 2026 beeinflusst haben. Das Wetter spielte dem Tourismus im ersten Halbjahr nur bedingt in die Karten: Von den großen Feiertagswochenenden überzeugte vor allem Pfingsten mit verlässlich guten Bedingungen für Ausflüge. Gleichzeitig werden Reisen zunehmend kurzfristig und abhängig von Wetterprognosen gebucht.
Die Zahlen zeigen vor allem eines: Ostwestfalen-Lippe ist längst mehr als ein Ziel für Tagesausflüge. Fast eine Million Ankünfte innerhalb eines halben Jahres sind für eine Region, die touristisch häufig im Schatten bekannter deutscher Urlaubsgebiete steht, beachtlich.
Das größte Potenzial liegt aus meiner Sicht darin, die vielen einzelnen Angebote stärker als gemeinsame Region sichtbar zu machen. Bielefeld, Paderborn, Höxter, Minden, Detmold, der Teutoburger Wald oder das Weserbergland besitzen sehr unterschiedliche Stärken. Genau diese Vielfalt könnte zum Vorteil werden – wenn Ostwestfalen sie selbstbewusster erzählt.
997.612
Ankünfte im 1. Halbjahr 2026
3.274.510
Übernachtungen
+1,2 %
mehr Ankünfte als im Vorjahreszeitraum
+0,3 %
mehr Übernachtungen
+35,8 %
mehr Übernachtungen in Ferienwohnungen und Ferienzentren
Quelle: Beherbergungsstatistik IT.NRW