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Storck-Beschäftigte in Halle erhalten nach dem Tarifabschluss mehr Geld. Die Löhne steigen in mehreren Schritten um 6,1 Prozent.

Für viele Beschäftigte des Süßwarenherstellers Storck in Halle (Westf.) gibt es mehr Geld. Nach dem Tarifabschluss für die nordrhein-westfälische Süßwarenindustrie steigen die Löhne und Gehälter in mehreren Schritten um insgesamt 6,1 Prozent. Damit endet eine Tarifrunde, die auch im Kreis Gütersloh deutlich zu spüren war.
Die erste Erhöhung beträgt 2,9 Prozent und gilt rückwirkend zum 1. Juni 2026. Zum 1. November kommen weitere 0,3 Prozent hinzu, zum 1. Juni 2027 folgt eine weitere Anhebung um 2,9 Prozent. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten im September 2026 und im Mai 2027 jeweils eine Erholungsbeihilfe von 80 Euro netto. Der Tarifvertrag läuft bis zum 30. April 2028. Nach Angaben des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts betrifft der Abschluss rund 17.100 Beschäftigte der Süßwarenindustrie in Nordrhein-Westfalen.
Bei Storck in Halle hatte das Unternehmen bereits seit Mai freiwillig 2,5 Prozent mehr gezahlt. Diese Regelung wird nun durch den neuen Tarifabschluss ersetzt. Vorausgegangen waren auch Arbeitskämpfe: Ende Juni 2026 beteiligten sich in Halle mehr als 100 Storck-Beschäftigte an einem Warnstreik und machten damit Druck in den laufenden Verhandlungen.
Dass der Tarifkonflikt in Halle besondere Aufmerksamkeit erhält, liegt auch an der Bedeutung des Unternehmens für die Region. Storck beschäftigt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 3.800 Menschen am Standort. Damit ist Halle der größte Standort des Süßwarenherstellers. Hier werden unter anderem Werther’s Original, nimm2, Riesen, Toffifee und Super Dickmann’s produziert.
Für Halle ist der Tarifabschluss mehr als eine Lohnrunde – er betrifft einen der wichtigsten Arbeitgeber der Region.
Die Forderungen der Gewerkschaft NGG lagen ursprünglich höher. Sie hatte für die Beschäftigten in NRW 5,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 230 Euro zusätzlich im Monat gefordert. Im Juni hatten die Arbeitgeber nach Angaben der Gewerkschaft zunächst deutlich niedrigere Erhöhungen angeboten. Auch an anderen Standorten der Branche kam es deshalb zu größeren Warnstreiks.
Unsere Meinung: Der Abschluss ist ein vernünftiger Kompromiss. 6,1 Prozent über zwei Jahre sind angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten kein üppiger Sprung, aber eine spürbare Verbesserung. Für Halle ist zudem wichtig, dass bei einem der größten Arbeitgeber der Region Planungssicherheit herrscht. Dass die Beschäftigten ihren Forderungen zuvor mit einem Warnstreik Nachdruck verliehen haben, gehört zu funktionierenden Tarifverhandlungen dazu – gerade bei einem wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen wie Storck.