Smart Home in Ostwestfalen: Region wird zunehmend vernetzter

Smart Home wird in Ostwestfalen immer wichtiger: Vernetzte Technik hilft Haushalten bei Energie, Sicherheit und mehr Komfort.

Vernetzte Fernseher, intelligente Thermostate oder der Saugroboter, der selbstständig durch das Wohnzimmer fährt: Smarte Technik ist in Nordrhein-Westfalen längst kein Nischenthema mehr. Nach neuen Zahlen des Statistischen Landesamtes IT.NRW verfügten 2024 bereits 78 Prozent der privaten Haushalte über mindestens ein smartes Gerät oder System. Zwei Jahre zuvor waren es noch 72 Prozent.

Ausstattung privater Haushalte mit smarten Geräten/Systemen in NRW
Ausstattung privater Haushalte mit smarten Geräten/Systemen in NRW @it.nrw

Eine eigene Auswertung nur für Ostwestfalen-Lippe liefert die Statistik zwar nicht. Die Entwicklung dürfte aber auch zwischen Bielefeld, Paderborn, Gütersloh und Minden zunehmend sichtbar sein. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Unterhaltungselektronik. Am weitesten verbreitet sind weiterhin Smart-TVs: 72 Prozent der NRW-Haushalte besaßen 2024 einen internetfähigen Fernseher. Smart-Speaker kamen auf 26 Prozent, vernetzte Haushaltsgeräte wie Saugroboter, Waschmaschinen oder Kühlschränke auf 19 Prozent.

Interessanter für Ostwestfalen ist jedoch eine andere Entwicklung: Smarte Energiemanagementsysteme legten innerhalb von zwei Jahren von 11 auf 18 Prozent zu. Dazu gehören beispielsweise steuerbare Thermostate, intelligente Stromzähler und vernetzte Beleuchtung. Auch Sicherheitstechnik gewinnt an Bedeutung. Alarmanlagen, Rauchmelder oder Überwachungskameras mit smarter Anbindung waren 2024 in 14 Prozent der Haushalte vorhanden.

Smart Home wird dann wirklich interessant, wenn vernetzte Technik nicht nur Komfort bietet, sondern Energie und Kosten spart.

Wie eng Smart Home und Energiewende inzwischen zusammengehören, zeigt sich bereits konkret in der Region. Die Stadtwerke Bielefeld bieten beispielsweise einen dynamischen Stromtarif an, bei dem ein intelligentes Messsystem Voraussetzung ist. Haushalte können ihren Stromverbrauch damit stärker an den Preisen der Strombörse ausrichten – interessant etwa beim Laden eines Elektroautos oder beim Betrieb einer Wärmepumpe. Die Bundesnetzagentur sieht intelligente Messsysteme unter anderem für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden vor; der Ausbau wird bundesweit schrittweise vorangetrieben.

Bemerkenswert ist außerdem, dass ältere Haushalte aufholen. Bei Haushalten mit einer Haupteinkommensperson ab 65 Jahren stieg der Anteil smarter Technik in NRW zwischen 2022 und 2024 von 55 auf 62 Prozent. Bei den unter 65-Jährigen waren es zuletzt 83 Prozent.

Unsere Meinung: Für Ostwestfalen wird Smart Home vor allem dann interessant, wenn die Technik einen konkreten Nutzen bringt. Der nächste Entwicklungsschritt dürfte deshalb weniger der sprachgesteuerte Lautsprecher sein als die intelligente Verbindung von Photovoltaik, Stromspeicher, Wärmepumpe, Wallbox und Stromtarif. Gerade dort kann aus einem technischen Spielzeug ein Werkzeug werden, das Energie und möglicherweise auch Geld spart.

Weitere Informationen: IT.NRW