Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
Ab September können Bauanträge in Paderborn digital eingereicht werden. Die Stadt will Verfahren beschleunigen und Papieraufwand reduzieren.

Wer in Paderborn ein Haus bauen, eine Immobilie erweitern oder ein anderes genehmigungspflichtiges Bauvorhaben umsetzen möchte, kann den dafür notwendigen Antrag künftig digital einreichen. Die Stadt Paderborn führt zum 1. September 2026 die Plattform „Prosoz ELAN.comfort“ im Bauordnungsamt ein. Damit sollen Bauanträge und weitere baurechtliche Verfahren weitgehend ohne Papier abgewickelt werden.
Für Bauherren, Architekten und Planungsbüros bedeutet die Umstellung vor allem weniger Post und kürzere Wege zum Amt. Unterlagen können online eingereicht und fehlende Dokumente später digital ergänzt werden. Gleichzeitig sollen auch die beteiligten Fachbehörden direkt in das Verfahren eingebunden werden. Stellungnahmen, Rückfragen und weitere Unterlagen können dann innerhalb des digitalen Verfahrens ausgetauscht werden.
Mit der Digitalisierung der Baugenehmigungsverfahren wollen wir die Abläufe für alle Beteiligten einfacher, transparenter und effizienter gestalten.
Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn
Paderborn ist damit allerdings nicht Vorreiter im eigenen Kreis. Der Kreis Paderborn hat ELAN.comfort bereits im April 2026 gestartet und bearbeitet darüber digitale Bauanträge für die Kommunen, für die er als untere Bauaufsichtsbehörde zuständig ist. Die Städte Paderborn und Delbrück verfügen dagegen über eigene Bauaufsichten. Beim Kreis werden nach eigenen Angaben rund 1.000 Bauanträge pro Jahr bearbeitet. Dort wurde mit Einführung des digitalen Systems das Ziel ausgegeben, private Bauvorhaben bei vollständigen Unterlagen innerhalb von maximal vier Wochen und gewerbliche Vorhaben innerhalb von drei Wochen zu entscheiden.
Die Digitalisierung der Bauämter ist auch landesweit ein Thema. Nordrhein-Westfalen treibt digitale Antrags- und Genehmigungsverfahren seit Jahren voran. Ziel ist es, nicht nur den eigentlichen Antrag online entgegenzunehmen, sondern auch die anschließende Bearbeitung und die Beteiligung verschiedener Behörden digital abzuwickeln. Das Land sieht darin unter anderem die Chance, Verwaltungsabläufe zu beschleunigen und vorhandenes Personal effizienter einzusetzen.
Genau daran wird sich auch der Erfolg in Paderborn messen lassen müssen. Ein digital hochgeladener Bauantrag allein macht eine Baugenehmigung schließlich noch nicht schneller. Entscheidend ist, ob auch die Abläufe dahinter ohne Medienbrüche funktionieren und Rückfragen tatsächlich zügiger geklärt werden.
Unsere Meinung: Die Umstellung ist überfällig und für einen Wirtschafts- und Hochschulstandort wie Paderborn eigentlich selbstverständlich. Wirklich interessant wird aber nicht sein, ob Bauanträge künftig online gestellt werden können, sondern ob Bauherren und Unternehmen ihre Genehmigungen am Ende tatsächlich schneller erhalten. Genau diese Zahlen sollte die Stadt nach einem Jahr offenlegen.