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Kreativ Campus Detmold: Stadt und Kreis planen ein neues Gründungszentrum für Start-ups, Kreative und junge Unternehmen in Lippe.

Detmold baut seinen Kreativ Campus weiter aus – und will dabei künftig stärker diejenigen im Blick behalten, die aus einer Idee ein Unternehmen machen wollen. An der Bielefelder Straße ist ein eigenes Gründungszentrum geplant, das perspektivisch Platz für rund 30 Gründerinnen und Gründer bieten soll. Stadt Detmold und Kreis Lippe treiben das Vorhaben gemeinsam voran.
Gedacht ist nicht einfach an weitere Büroflächen. Das Zentrum soll Arbeitsplätze, Gemeinschaftsbereiche und Möglichkeiten zum Austausch verbinden. Gerade für junge Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft könnte damit ein Ort entstehen, an dem aus Hochschulprojekten und ersten Geschäftsideen dauerhaft Unternehmen in der Region werden.
Dass der Bedarf vorhanden ist, zeigen auch Untersuchungen zur Detmolder Kreativwirtschaft. Eine 2025 veröffentlichte Potenzialstudie beschreibt Hochschulen, persönliche Netzwerke und kurze Wege als wichtige Stärken des Standorts. Gleichzeitig bewerteten in einer früheren Untersuchung 82 Prozent der Befragten Vernetzung als besonders wichtig, während nur 58 Prozent mit der vorhandenen Vernetzung in Ostwestfalen-Lippe zufrieden waren. Das geplante Zentrum setzt genau an diesem Punkt an.
Die eigentliche Chance liegt darin, Hochschulwissen in Detmold zu halten und daraus neue Unternehmen und Arbeitsplätze für die Region entstehen zu lassen.
Auch die Entwicklung des Kreativ Campus selbst ist längerfristig angelegt. Neben dem bereits bestehenden KreativInstitut.OWL und den Einrichtungen der TH OWL sehen die Planungen unter anderem ein Gründerzentrum sowie ein Zentrum für nachhaltiges digitales Bauen vor. Der entsprechende Bebauungsplan für den Kreativ Campus wurde bereits 2025 vom Rat der Stadt Detmold beschlossen.
Parallel dazu wächst die Gründerszene bereits auf inhaltlicher Ebene. Die Veranstaltungsreihe „stART“ des Gründungsnetzwerks Lippe brachte im Mai rund 90 Teilnehmer bei vier Terminen zusammen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Geschäftsmodelle, Kalkulation, Marketing und der Austausch unter Kreativschaffenden.
Langfristig könnte neben dem Gründungszentrum außerdem ein sogenanntes Creativity-to-Business-Center entstehen. Es soll junge Unternehmen, Kreativschaffende und etablierte Betriebe enger zusammenbringen. Damit würde der Campus zunehmend zu einem Bindeglied zwischen Hochschule und regionaler Wirtschaft.
Unsere Meinung: Für Detmold ist das Vorhaben sinnvoll – vorausgesetzt, es bleibt nicht bei einem attraktiven Gebäude. Entscheidend wird sein, ob dort tatsächlich Unternehmen entstehen, wachsen und anschließend in Lippe beziehungsweise Ostwestfalen bleiben. Genau darin liegt die eigentliche Chance: Hochschulwissen nicht nur auszubilden, sondern daraus regionale Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze entstehen zu lassen.