Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Hörmann plant in Gütersloh-Avenwedde ein neues Logistikzentrum mit Hochregallager. Anwohner sorgen sich um Verkehr, Lärm und Gebäudehöhe.

Gütersloh-Avenwedde. Der Tor- und Türenhersteller Hörmann setzt seinen Ausbau im Kreis Gütersloh fort. Auf dem ehemaligen Elco-Gelände an der Osnabrücker Landstraße in Avenwedde soll ein neues Logistikzentrum entstehen. Geplant ist unter anderem ein rund 30 Meter hohes Hochregallager für Holztüren. Das Vorhaben könnte bis zu 50 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen – stößt in der unmittelbaren Nachbarschaft allerdings bereits auf deutlichen Widerstand.
Hörmann hat dafür ein weiteres Grundstück an der Osnabrücker Landstraße erworben. Das Gelände liegt in direkter Nähe zum Werk der HUGA KG, die seit 2013 zur Hörmann-Gruppe gehört und in Avenwedde Innenraumtüren und Zargen produziert. Der Standort beschäftigt nach Unternehmensangaben mehr als 300 Menschen und gehört damit zu den größeren Industriebetrieben im Gütersloher Stadtteil.
Der Ausbau kommt nicht überraschend. Bereits 2023 nahm HUGA in Avenwedde eine neue Produktionsanlage samt Industriehalle in Betrieb. Rund 40 Millionen Euro wurden damals investiert. Die weitgehend automatisierte Anlage erhöhte die Produktionskapazität erheblich und kann Rohlinge für bis zu 600 Türen pro Stunde herstellen.
Mit dem geplanten Logistikzentrum würde der Standort nun auch auf der Lager- und Versandseite deutlich wachsen. Die Stadt Gütersloh hält das Vorhaben nach bisherigen Angaben grundsätzlich für genehmigungsfähig. Allerdings sieht der bestehende Bebauungsplan bislang deutlich niedrigere Gebäudehöhen vor. Gerade das geplante Hochregallager dürfte deshalb im weiteren Verfahren noch eine zentrale Rolle spielen.
Für Unruhe sorgt das Projekt bereits bei Anwohnern. Befürchtet werden zusätzlicher Lkw-Verkehr, mehr Lärm sowie Auswirkungen auf Natur und Wohnumfeld. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger sollen inzwischen eine Protestliste unterzeichnet haben. Damit wird aus einer zunächst wirtschaftlichen Investitionsentscheidung zunehmend auch ein kommunalpolitisches Thema.
Für Ostwestfalen ist das Engagement von Hörmann wirtschaftlich durchaus bedeutend. Das Familienunternehmen hat seinen Hauptsitz im benachbarten Steinhagen und beschäftigt weltweit mehr als 6.000 Menschen in 40 spezialisierten Werken. Gerade deshalb zeigt die geplante Erweiterung, dass Industrieunternehmen weiterhin bereit sind, erhebliche Summen in ihre heimischen Standorte zu investieren.
Unsere Meinung: Neue Arbeitsplätze und Investitionen sind für Gütersloh eine gute Nachricht. Ein 30 Meter hohes Logistikgebäude und zusätzlicher Schwerlastverkehr lassen sich aber nicht einfach als Nebensache behandeln. Hörmann und die Stadt sollten frühzeitig offenlegen, wie Verkehr, Lärm und Eingriffe in das Umfeld begrenzt werden sollen. Wenn wirtschaftliches Wachstum und die Interessen der Nachbarschaft ernsthaft miteinander abgewogen werden, kann der Ausbau ein Gewinn für Avenwedde und die gesamte Region werden.