Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Das Freilichtfenster im LWL-Museum Hellerlecht Detmold verbindet regionale Geschichte mit digitaler Technik der TH OWL und neuen Perspektiven.

Das LWL-Museum Hellerlecht in Detmold verbindet westfälische Geschichte künftig noch stärker mit moderner Technik. Mit der interaktiven Installation „Freilichtfenster“ können Besucher Teile des weitläufigen Museumsgeländes digital erkunden – auch dann, wenn historische Gebäude geschlossen oder einzelne Bereiche nicht zugänglich sind. Entwickelt wurde das Angebot gemeinsam mit dem KreativInstitut.OWL (KIO) der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe.
Im neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäude steht dafür eine rund vier Meter breite Bildschirmfläche zur Verfügung. Gesteuert wird die virtuelle Erkundung mit einem Joystick. Nutzer können über das Paderborner Dorf fliegen, historische Gebäude ansteuern und sich Wohnräume oder Hofanlagen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln ansehen. Interessant ist dabei vor allem, dass auch Räume gezeigt werden können, die Museumsbesuchern normalerweise verschlossen bleiben.
Hinter der Anwendung steckt deutlich mehr als eine gewöhnliche 3D-Animation. Zum Einsatz kommt das sogenannte Gaussian Splatting, mit dem sich reale Räume und Gebäude besonders wirklichkeitsnah digital abbilden lassen. Studierende der TH OWL nahmen dafür das Museumsgelände mit Drohnen auf. Innenräume und architektonische Details wurden zusätzlich mit Handscannern erfasst. Aus den gewonnenen Daten entstand schließlich die interaktive Anwendung. Rund eineinhalb Jahre arbeitete das Projektteam daran.
Das Freilichtfenster zeigt, wie digitale Technik regionale Geschichte nicht ersetzt, sondern um neue Perspektiven erweitern kann.
Das „Freilichtfenster“ passt zum grundsätzlichen Wandel des traditionsreichen Museums in Detmold. Mit dem neuen Forum hat sich das frühere LWL-Freilichtmuseum zum LWL-Museum Hellerlecht | Detmold weiterentwickelt. Das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude wurde nach vier Jahren Bauzeit im Sommer 2026 eröffnet. Während große Teile des Freigeländes weiterhin saisonal genutzt werden, soll das Forum mit Ausstellungen und weiteren Angeboten ganzjährig geöffnet bleiben. Die neue Ausstellungshalle umfasst rund 900 Quadratmeter.
Damit erhält das Freilichtfenster auch für den Winter eine besondere Bedeutung: Wer dann nicht über das gesamte Außengelände laufen kann, bekommt zumindest digital einen Zugang zu einem Teil der historischen Häuser. Zugleich zeigt das Projekt, welche Möglichkeiten die Zusammenarbeit zwischen Kultureinrichtungen und Hochschulen in Ostwestfalen-Lippe bieten kann.
Unsere Meinung: Das Freilichtfenster ist mehr als technische Spielerei. Gerade bei einem Museum, dessen Stärke eigentlich im unmittelbaren Erleben historischer Gebäude liegt, muss Digitalisierung behutsam eingesetzt werden. In Detmold scheint das gelungen: Die Technik ersetzt den Rundgang nicht, sondern öffnet Bereiche, die sonst verborgen bleiben. Besonders überzeugend ist, dass Entwicklung und Umsetzung direkt aus Ostwestfalen-Lippe kommen. So wird aus regionaler Geschichte zugleich ein Stück regionaler Innovationskraft.
Weitere Informationen: Th-Owl