Millionen-Umbau für Besucherbergwerk Kleinenbremen

Besucherbergwerk Kleinenbremen wird für 10,7 Millionen Euro saniert und modernisiert – Führungen unter Tage sollen weiterhin möglich bleiben.

Im Besucherbergwerk Kleinenbremen beginnt im September 2026 eine der größten Modernisierungen seiner Geschichte. Der Standort am Wesergebirge soll in den kommenden Jahren energetisch saniert und zugleich touristisch neu aufgestellt werden. Insgesamt fließen rund 10,7 Millionen Euro in das Projekt. Für den Kreis Minden-Lübbecke ist das weit mehr als eine Gebäudesanierung: Aus dem historischen Bergwerk soll ein moderner Erlebnis-, Bildungs- und Erinnerungsort mit Ausstrahlung über Ostwestfalen hinaus werden.

Die Arbeiten betreffen zunächst vor allem das Museumsgebäude. Rund 6,4 Millionen Euro Fördermittel aus dem EFRE/JTF-Programm NRW stehen für die energetische Sanierung zur Verfügung. Weitere rund 2,2 Millionen Euro werden über das Förderprogramm Erlebnis.NRW für die touristische Weiterentwicklung eingesetzt. Geplant ist eine neue, interaktive Ausstellung, die Museum, Bergwerk, Außengelände und den Naturraum des UNESCO-Geoparks TERRA.vita stärker miteinander verbindet. Auch die Geschichte des Ortes einschließlich der NS-Zeit und der Zwangsarbeit soll künftig deutlicher vermittelt werden.

Für Besucher bringt die Bauphase spürbare Veränderungen. Das Museum bleibt nach Angaben des Betreibervereins während der Sanierung geschlossen – derzeit wird von einer Schließung bis 2028 ausgegangen. Die Einfahrten in das Bergwerk und Führungen sollen dagegen weiterhin stattfinden. Kasse, Shop und Museumspädagogik werden vorübergehend in das Wiegehaus unter Tage im Steinbruch verlegt.

Eine Einschränkung trifft auch Veranstaltungen auf dem Gelände. Open-Air-Festivals können während der Bauphase nicht stattfinden. Der Vorplatz und Teile des Besucherparkplatzes werden für Baustellenfahrzeuge, Material, Container und Anlieferungen benötigt. Zudem müssen Rettungs- und Feuerwehrwege freigehalten werden. Kreis und Stadt Porta Westfalica stellen allerdings in Aussicht, dass solche Veranstaltungen nach Abschluss der Arbeiten grundsätzlich wieder möglich sein sollen.

Das Besucherbergwerk besitzt für Kleinenbremen eine besondere Bedeutung. Die Geschichte der Grube Wohlverwahrt reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, der eigentliche Eisenerzabbau begann 1883. 1957 endete der Bergbaubetrieb, 1988 wurde das Besucherbergwerk eröffnet. Heute gilt die Anlage als einziges authentisch erhaltenes Eisenerzbergwerk Westfalens.

Unsere Meinung: Die Investition ist für den Mühlenkreis richtig und wichtig. Kleinenbremen besitzt etwas, das sich touristisch nicht künstlich erschaffen lässt: einen authentischen Ort mit echter regionaler Geschichte. Wenn es gelingt, diese Geschichte zeitgemäß zu erzählen, ohne den besonderen Charakter des Bergwerks glattzubügeln, können die Millionen aus Kleinenbremen tatsächlich ein Ausflugsziel mit Strahlkraft für ganz Ostwestfalen machen.