Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen zeigt große Unterschiede: Bielefeld liegt bei 9,4 Prozent Arbeitslosigkeit, Höxter bei nur 4,6 Prozent.

Der Arbeitsmarkt in Ostwestfalen zeigt im August ein widersprüchliches Bild. Während die Zahl der Arbeitslosen in weiten Teilen der Region noch einmal gestiegen ist, melden einige Unternehmen gleichzeitig deutlich mehr freie Stellen. Besonders groß sind zudem die Unterschiede zwischen den einzelnen Kreisen und der Stadt Bielefeld.
Mit einer Arbeitslosenquote von 9,4 Prozent liegt Bielefeld innerhalb Ostwestfalens mit deutlichem Abstand an der Spitze. Insgesamt waren dort im August 17.876 Menschen arbeitslos gemeldet, 337 mehr als im Juli. Zum Vergleich: In Lippe liegt die Quote bei 6,8 Prozent, im Kreis Herford bei 6,7 Prozent, in Minden-Lübbecke bei 6,5 Prozent und im Kreis Paderborn bei 6,2 Prozent. Deutlich niedriger fällt sie im Kreis Gütersloh mit 5,1 Prozent und im Kreis Höxter mit lediglich 4,6 Prozent aus.
Gerade Bielefeld zeigt allerdings, dass die Arbeitslosenquote allein nicht die gesamte Lage beschreibt. Die Unternehmen der Stadt meldeten im August 757 neue Stellen bei der Arbeitsagentur – fast 32 Prozent mehr als im Juli und sogar 79 Prozent mehr als im August vergangenen Jahres. Im Kreis Gütersloh war die Entwicklung noch auffälliger: Dort kamen im August 808 neue Stellenangebote hinzu, knapp 50 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Insgesamt waren im Kreis Gütersloh zuletzt 3.467 offene Stellen registriert.
Von einer flächendeckenden Belebung kann allerdings noch keine Rede sein. Im Kreis Herford wurden beispielsweise 548 neue Stellen gemeldet, knapp zehn Prozent weniger als im Juli. Im Kreis Paderborn gingen die neuen Stellenmeldungen ebenfalls zurück. Dort wurden im August 500 Stellen gemeldet, 6,4 Prozent weniger als im Vormonat.
Auffällig ist vor allem die Entwicklung bei jüngeren Arbeitslosen. In Bielefeld waren im August 1.832 Menschen unter 25 Jahren arbeitslos – 14 Prozent mehr als vor einem Jahr. In Lippe stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 11,5 Prozent. Auch in Minden-Lübbecke, Paderborn, Gütersloh und Herford nahm die Jugendarbeitslosigkeit zu. Ein Teil davon ist saisonal erklärbar: Nach dem Ende von Schule oder Ausbildung melden sich im Sommer regelmäßig mehr junge Menschen arbeitslos.
Auch Nordrhein-Westfalen insgesamt schwächelte im August. Landesweit stieg die Arbeitslosenquote auf 8,0 Prozent. Die Regionaldirektion spricht sowohl von saisonalen als auch konjunkturellen Ursachen.
Unsere Meinung: Die August-Zahlen sind kein Grund für Alarmismus, aber auch kein Anlass zur Entwarnung. Dass in Teilen Ostwestfalens wieder deutlich mehr Stellen gemeldet werden, ist ein gutes Signal. Sorge bereitet dagegen die steigende Jugendarbeitslosigkeit. Gerade eine wirtschaftsstarke Region wie Ostwestfalen sollte alles daransetzen, junge Menschen schneller in Ausbildung und Beschäftigung zu bringen.