Weser bei Höxter fällt auf historischen Tiefstand

Historischer Tiefstand in Höxter: Die Weser fällt auf 52 Zentimeter und erreicht den niedrigsten Pegel seit Messbeginn.

Die anhaltende Trockenheit ist im Kreis Höxter inzwischen unübersehbar. Am Donnerstagmorgen, 13. August, sank der Pegel der Weser in Höxter auf einen historischen Tiefstand. Um 5 Uhr wurden 52 Zentimeter gemessen – so wenig wie seit Beginn der dortigen Messungen noch nie. Der bisherige Tiefstwert stammte aus dem trockenen Jahr 2022 und lag bei 54 Zentimetern.

Auch wenige Stunden später blieb die Lage außergewöhnlich. Die amtliche Pegelseite des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zeigte für 7 Uhr einen Wasserstand von 53 Zentimetern. Zum Vergleich: Für den Pegel Höxter wird ein mittlerer Niedrigwasserstand von 95 Zentimetern angegeben, der mittlere Wasserstand liegt bei 187 Zentimetern. Die Weser bewegt sich damit derzeit weit unter den langjährigen Vergleichswerten.

Wer in diesen Tagen entlang der Weser unterwegs ist, kann die Folgen auch ohne Messgerät erkennen. Der Fluss wirkt schmaler, Uferbereiche und Kiesflächen treten deutlicher hervor. Dabei bleibt der Pegel nicht völlig konstant. Nach Angaben von Radio Hochstift schwankt der Wasserstand täglich um mehrere Zentimeter. Einfluss darauf haben unter anderem die Wassermengen, die aus der Edertalsperre und der Diemeltalsperre abgegeben werden.

Der historische Tiefstand der Weser zeigt, wie sichtbar die anhaltende Trockenheit inzwischen auch in Ostwestfalen geworden ist.

Die Entwicklung in Höxter ist kein isoliertes Ereignis. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde hatte bereits Anfang August darauf hingewiesen, dass sich die Niedrigwassersituation an Deutschlands Flüssen weiter verschärft. Flächendeckend ergiebige Niederschläge blieben zuletzt aus, gleichzeitig sorgte sommerliche Hitze für zusätzliche Verdunstung. Der Deutsche Wetterdienst meldete ebenfalls eine ungewöhnlich starke Austrocknung der Böden in Teilen Deutschlands und verwies darauf, dass die Niederschläge vielerorts bereits seit dem Frühjahr unterdurchschnittlich ausfallen.

Für Ostwestfalen ist der Rekordwert in Höxter deshalb mehr als eine ungewöhnliche Zahl. Die Weser prägt Landschaft, Freizeit und Natur im östlichen Teil der Region. Ein historischer Tiefstand mitten im August zeigt, wie schnell längere trockene Phasen auch große Flüsse verändern können.

Unsere Meinung: Ein Pegelrekord von 52 Zentimetern sollte nicht als sommerliche Kuriosität abgehakt werden. Höxter erlebt gerade sehr konkret, wie empfindlich selbst die Weser auf anhaltende Trockenheit reagiert. Entscheidend wird sein, ob solche Extremwerte Ausnahme bleiben – oder künftig immer häufiger zum ostwestfälischen Sommer gehören.