Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Die Gesundheitsämter raten, den Tagesablauf anzupassen. Wer einkaufen oder zum Arzt muss, sollte das möglichst früh erledigen.

Der Sommer zeigt sich in diesen Tagen nicht von seiner gemütlichen Seite. Für Bielefeld hat der Deutsche Wetterdienst für Mittwoch, 24. Juni, eine Hitzewarnung der Stufe 1 ausgegeben. Die Stadt weist besonders auf die zusätzliche Belastung durch die geringe nächtliche Abkühlung in dicht bebauten Bereichen hin. Was für Bielefeld gilt, betrifft im Alltag aber längst nicht nur die Großstadt: Auch in Gütersloh, Herford, Minden-Lübbecke, Lippe, Paderborn und Höxter wird Hitze zur Belastungsprobe – auf Marktplätzen, in Pflegeheimen, Kitas, Dachgeschosswohnungen und auf Baustellen.
Warnstufe 1 bedeutet: starke Wärmebelastung. Nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit NRW spricht der DWD diese Warnung aus, wenn am frühen Nachmittag eine gefühlte Temperatur von etwa 32 Grad erwartet wird und Innenräume nachts kaum abkühlen. Entscheidend ist also nicht nur, was das Thermometer im Schatten anzeigt. Luftfeuchtigkeit, Wind, Sonne und aufgeheizte Gebäude spielen mit. Gerade in Innenstädten, aber auch in schlecht gedämmten Wohnungen auf dem Land, kann die Wärme bis weit nach Mitternacht stehen bleiben.
Die Gesundheitsämter raten deshalb, den Tagesablauf anzupassen. Wer einkaufen, zum Arzt oder auf den Wochenmarkt muss, sollte das möglichst früh erledigen. Körperlich schwere Arbeit und Sport gehören in die Morgen- oder Abendstunden. In Wohnungen helfen geschlossene Vorhänge, heruntergelassene Rollläden und konsequentes Lüften, sobald es draußen kühler ist. Trinken sollte man, bevor der Durst kommt – am besten Wasser oder ungesüßten Tee. Alkohol und sehr süße Getränke sind bei Hitze keine gute Wahl.
Besondere Aufmerksamkeit brauchen ältere Menschen, Pflegebedürftige, chronisch Kranke, Säuglinge und kleine Kinder. Das Bundesgesundheitsministerium warnt, Hitze könne zu Schwindel, Erschöpfung, Verwirrtheit, Dehydrierung und im schlimmsten Fall zu einem Hitzschlag führen. In der Nachbarschaft kann deshalb schon ein kurzer Anruf helfen: Ist genug zu trinken da? Sind Medikamente richtig gelagert? Gibt es einen kühleren Raum?
Für Ostwestfalen ist die Warnung auch ein Hinweis auf eine Aufgabe, die über einzelne heiße Tage hinausgeht. Mehr Schatten, Trinkwasserstellen, kühle Aufenthaltsorte und hitzetaugliche Arbeitsabläufe werden wichtiger. Der Kreis Minden-Lübbecke etwa widmet dem Thema derzeit eine Klimaanpassungswoche. Hitze ist damit nicht mehr nur Wetter, sondern eine Frage kommunaler Vorsorge – von Bielefeld bis Höxter.