Ostwestfalen.nrw
Louis-Ferdinand-Strasse 9
32052 Herford
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Bahnreisende aus Ostwestfalen müssen sich im August auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die wichtige Verbindung zwischen Minden und Hannover wird ab Freitagabend, 7. August, bis einschließlich 20. August sowie erneut am 31. August 2026 gesperrt. Grund sind kurzfristig angesetzte Brückenarbeiten im Raum Bückeburg und Lindhorst. Gleichzeitig werden Vorarbeiten für die Modernisierung der Stellwerke in Bückeburg und Stadthagen durchgeführt.
Die Sperrung trifft eine der bedeutenden Bahnachsen für Ostwestfalen. Nach Einschätzung von Pro Bahn OWL sind Reisende aus Minden, Bad Oeynhausen, Bünde, Herford, Bielefeld und Gütersloh betroffen. Voraussichtlich werden in dieser Zeit keine Fernverkehrszüge an diesen Bahnhöfen halten. Wer normalerweise mit ICE oder IC Richtung Hannover, Berlin oder ins Ruhrgebiet unterwegs ist, muss mit Umleitungen, längeren Fahrzeiten und zusätzlichen Umstiegen rechnen.
Im Regionalverkehr kommt es ebenfalls zu deutlichen Einschränkungen. Die WestfalenBahn kündigt an, dass auf den Linien RE 60 und RE 70 sämtliche Züge zwischen Minden und Hannover Hauptbahnhof beziehungsweise Braunschweig Hauptbahnhof entfallen. Für den betroffenen Abschnitt soll Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet werden.
Genau hier sieht Pro Bahn OWL das größte Problem. Die Busverbindung benötigt für die Strecke Minden–Hannover deutlich länger als die Bahn. Von Herford oder Bielefeld aus kann sich die Reisezeit nach Hannover und weiter Richtung Berlin nach Einschätzung des Fahrgastverbands um mindestens zwei Stunden verlängern.
Als Ausweichmöglichkeit nennt Pro Bahn OWL unter anderem die Verbindung über Hameln und Elze, etwa mit der Weserbahn RB 77 ab Herford und weiter Richtung Hannover. Allerdings befürchtet der Fahrgastverband auch dort Engpässe, weil die eingesetzten Fahrzeuge für einen starken zusätzlichen Fahrgastandrang nur begrenzt geeignet sind.
Besonders schwierig wird die Lage für Fahrgäste, die auf Anschlüsse angewiesen sind. Wer von Bielefeld oder Herford über Hannover weiter nach Berlin fahren will, sollte deutlich mehr Zeit einplanen. Da Fahrplanänderungen bei Bauarbeiten oft erst kurzfristig vollständig in den Auskunftssystemen erscheinen, empfiehlt sich ein erneuter Blick in die Verbindung kurz vor Reisebeginn.
Für Ostwestfalen ist die Augustsperrung mehr als eine gewöhnliche Baustelle. Die Region hängt im Fernverkehr stark an der Achse Richtung Hannover. Fallen die direkten Verbindungen weg, wird aus einer sonst vergleichsweise einfachen Reise schnell eine deutlich längere Fahrt mit Umwegen.
Weitere Informationen: pro-bahn-owl.de